08.02.2013 17:30
Bewerten
 (0)

ROUNDUP 3: ThyssenKrupp streicht 2000 Stahl-Jobs vor allem in Deutschland

    ESSEN (dpa-AFX) - Nach dem angekündigten Verkauf der defizitären Stahlwerke in Übersee setzt der angeschlagene Industriekonzern ThyssenKrupp den Rotstift an und streicht mindestens 2.000 Stellen im europäischen Stahlgeschäft. Nach dpa-Informationen ist davon vorwiegend Deutschland betroffen. Gewerkschaft und Betriebsrat wollen betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Durch mögliche Verkäufe könne sich die Belegschaftszahl um weitere 1.800 Mitarbeiter reduzieren, teilte Deutschlands größter Stahlkonzern am Freitag in Essen mit.

 

    Nach Informationen der "Rheinischen Post" stehen Teile der Konzerntochter Electrical Steel bereits auf der Verkaufsliste. Ein Unternehmenssprecher wollte den Bericht auf dpa-Anfrage nicht kommentieren.

 

EINSPARUNGEN IN MILLIARDENHÖHE

 

    Die Maßnahmen sollen bis zum Geschäftsjahr 2014/15 umgesetzt sein, teilte der Konzern weiter mit. ThyssenKrupp will in den nächsten drei Jahren rund zwei Milliarden Euro einsparen, davon rund 500 Millionen Euro in seinem europäischen Stahlgeschäft. Von rund 27.600 Mitarbeitern der europäischen Stahlsparte sind in Deutschland rund 19.000 bei der Steel Europe AG beschäftigt. Hinzu kommen rund 7.000 Beschäftigte in deutschen Tochtergesellschaften des Unternehmens. An der Börse legte der Kurs der ThyssenKrupp-Aktie bis zum späten Nachmittag um mehr als ein Prozent zu.

 

    Neben Stilllegungen werde auch der Verkauf oder die Verlagerung von Anlagen geprüft, hieß es. Betroffen seien solche zur Stahlveredelung in Duisburg, Dortmund, Neuwied sowie in Spanien. Am Betrieb von zentralen Anlagen zur Stahlproduktion wie etwa den Hochöfen wolle ThyssenKrupp jedoch unverändert festhalten. Weltweit beschäftigt ThyssenKrupp im Gesamtkonzern ohne die bereits abgegebene Edelstahlsparte Inoxum und ohne die zum Verkauf stehenden Stahlwerke in Brasilien und den USA derzeit rund 150.000 Mitarbeiter.

 

VERZICHT AUF BETRIEBSBEDINGTE KÜNDIGUNGEN GEFORDERT

 

    Bei den nun anlaufenden Gesprächen zur Umsetzung der Streichpläne forderten IG Metall und Betriebsrat einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. "Niemand bei ThyssenKrupp darf arbeitslos werden", sagte der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft Knut Giesler. Die Rechnung für vergangenes Missmanagement dürfe jetzt nicht den Beschäftigten ausgestellt werden, forderte er. Notwendig seien nun Investitionen in eine nachhaltige Stahlstrategie am Standort Deutschland.

 

    Hauptsächlich durch Milliardenverluste bei Stahlwerksprojekten in Brasilien und den USA war der Essener Konzern mit einem Minus von fünf Milliarden Euro im zurückliegenden Geschäftsjahr 2011/2012 tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Unternehmen strich deswegen erstmals in der Geschichte des Konzerns die Dividende. Zahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres 2012/2013 will der Konzern am kommenden Dienstag (12. Februar) vorlegen.

 

RADIKAL UMSTEUERN

 

    Konzernchef Heinrich Hiesinger will radikal umsteuern: Neben den Fehlinvestitionen in die Stahlwerke in Brasilien und den USA, die sich als Milliardengräber entpuppten, wurde der Traditionskonzern von einer Reihe von Kartell- und Korruptionsfällen erschüttert. Im Dezember musste der halbe Vorstand das Unternehmen verlassen. Hiesinger will den Verkauf der Übersee-Stahlwerke noch in diesem Geschäftsjahr abschließen.

 

    Der von Siemens zu ThyssenKrupp gewechselte Manager hatte zuvor einen grundlegenden Umbau des Konzerns angekündigt: Neben einer Stabilisierung der Finanzen des hoch verschuldeten Unternehmens will Hiesinger auch das Technologiegeschäft ausbauen. Derzeit steuert der Stahl bei ThyssenKrupp nur noch knapp ein Drittel zum Umsatz bei.

 

    NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) forderte das Unternehmen auf, wie in der Vergangenheit zu seiner sozialen Verantwortung zu stehen und im Einvernehmen mit der Arbeitnehmerseite den Veränderungsprozess zu gestalten./uta/zb/DP/jha

 

Nachrichten zu thyssenkrupp AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu thyssenkrupp AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
30.09.2016thyssenkrupp buyJefferies & Company Inc.
30.09.2016thyssenkrupp buyDeutsche Bank AG
27.09.2016thyssenkrupp overweightJP Morgan Chase & Co.
26.09.2016thyssenkrupp overweightMorgan Stanley
23.09.2016thyssenkrupp buyWarburg Research
30.09.2016thyssenkrupp buyJefferies & Company Inc.
30.09.2016thyssenkrupp buyDeutsche Bank AG
27.09.2016thyssenkrupp overweightJP Morgan Chase & Co.
26.09.2016thyssenkrupp overweightMorgan Stanley
23.09.2016thyssenkrupp buyWarburg Research
20.09.2016thyssenkrupp Equal weightBarclays Capital
20.09.2016thyssenkrupp NeutralMacquarie Research
13.09.2016thyssenkrupp HoldKepler Cheuvreux
29.08.2016thyssenkrupp HaltenBankhaus Lampe KG
23.08.2016thyssenkrupp Equal weightBarclays Capital
11.08.2016thyssenkrupp SellS&P Capital IQ
12.02.2016thyssenkrupp SellS&P Capital IQ
26.01.2016thyssenkrupp SellUBS AG
09.12.2015thyssenkrupp SellUBS AG
23.09.2015ThyssenKrupp ReduceKepler Cheuvreux
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für thyssenkrupp AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- US-Börsen deutlich höher -- Deutsche-Bank-Aktie erholt sich deutlich -- Chinesen wollen offenbar OSRAM übernehmen -- Commerzbank, QUALCOMM im Fokus

Strafe für Deutsche Bank in USA wird wohl auf 5,4 Milliarden Dollar reduziert. Commerzbank verkauft ihr Hochhaus an Südkoreaner. Air Berlin: Alle Flüge werden regulär durchgeführt. Daimler will weiter Renault-Motoren einsetzen. Bahn erhöht Preise im Fernverkehr um 1,3 Prozent.
Wie haben sich die Rohstoffpreise im dritten Quartal 2016 entwickelt?
Jetzt durchklicken
Wer war Top, wer war Flop?
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Umfrage

Kanzlerin Merkel will der Deutschen Bank im Streit mit der US-Justiz nicht helfen. Was halten Sie von dieser Einstellung?