WESEL (dpa-AFX) - Der Spezialchemiekonzern ALTANA stellt sich nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr auf eine schwache erste Jahreshälfte 2009 ein: "Wir erwarten auch im kommenden zweiten Quartal keine deutliche Belebung der Nachfrage", sagte der Vorstandsvorsitzende der ALTANA AG, Matthias Wolfgruber, am Donnerstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Wesel. Alleine im vierten Quartal 2008 sei der Umsatz im Vorjahresvergleich um 16 Prozent eingebrochen, hatte ALTANA bei Vorlage vorläufiger Zahlen für 2008 am Donnerstag mitgeteilt. Betriebsbedingte Kündigungen wolle man "unter allen Umständen vermeiden", betonte Wolfgruber. ALTANA strebe 2009 weiterhin mehrere kleiner Zukäufe an. Das Unternehmen hatte 2005 mit der Übernahme der Eckart-Gruppe für 630 Millionen Euro die größte Akquisition der Unternehmensgeschichte geschultert.
ALTANA-CHEF WAGT KEINEN AUSBLICK AUF 2009
Auch in den ersten Wochen 2009 verlaufe der Auftragseingang schleppend. Daher werde für das erste Quartal mit deutlich reduzierten Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. "Wir erwarten für 2009 ein sehr schwieriges Marktumfeld, auf das wir uns mit zahlreichen Maßnahmen zur Kosteneinsparung und zur weiteren Effizienzsteigerung eingestellt haben", sagte Wolfgruber. Einen Ausblick für 2009 wagte der Konzernchef nicht: "Es ist derzeit einfach zu früh, um einen soliden Ausblick zu geben."
ALTANA hat 2008 aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise einen rückläufigen Umsatz auf 1,342 Milliarden Euro (VJ: 1,380) sowie ein Minus von 2 Prozent auf 243 Millionen Euro beim operativen Ergebnis (EBITDA) verbucht. Der prozentuale Nachfragerückgang in den vergangenen Monaten sei in fast allen Branchen gleich hoch gewesen. Auf den Nachfragerückgang habe ALTANA mit flexiblen Arbeitszeitmodellen reagiert. "Wir haben derzeit knapp 1.000 Mitarbeiter an mehreren Standorten in Kurzarbeit", sagte der Konzernchef. Güntersthal bei Nürnberg, der Konzernsitz in Wesel und Wackersdorf seien Standorte mit Kurzarbeit. 2008 war die Zahl der Beschäftigten um drei Prozent auf knapp 4.800 gestiegen.
Positiv bewertete Wolfgruber die angestrebte Komplettübernahme von ALTANA durch die Milliardärin Susanne Klatten: "Ich glaube, in der heutigen Situation ist es gut, einen starken Anteilseigner zu haben." Die Quandt-Erbin hielt zuletzt 88,3 Prozent der Anteile an dem Unternehmen. ALTANA entwickelt, produziert und vertreibt Produkte im Bereich Spezialchemie für Lackhersteller, Lack- und Kunststoffverarbeiter, Druck- und Kosmetikindustrie sowie die Elektroindustrie./ep/wiz
--- Von Elke Pfeifer, dpa-AFX ---