HONGKONG/MUMBAI/SHANGHAI/SINGAPUR/TOKIO (dpa-AFX) - Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag mit Verlusten auf die wieder entflammte Sorge um die Eurozone reagiert. Nur in Shanghai und Singapur gab es moderate Gewinne. Überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA konnten die Stimmung der Anleger nicht nachhaltig heben. Europa und neue anstehende Anleiheauktionen bedeuteten weiterhin Gegenwind, sagte ein Börsianer in Sydney. Die Märkte fühlten sich derzeit mit der US-Wirtschaft deutlich wohler.
Der Nikkei 225 schloss 1,16 Prozent schwächer bei 8.390,35 Punkten. Der MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan abbildet, fiel um 1,04 Prozent auf 745,55 Punkte.
Die Aktien von Samsung Electronics verloren in Seoul nach Zahlen 1,42 Prozent. Der Apple-Rivale (Apple) hatte 2011 von einem starken Geschäft in der Handy-Sparte profitiert. Die anderen Bereiche litten jedoch unter starker Konkurrenz und Preisdruck. Der operative Gewinn sank vorläufigen Zahlen zufolge um knapp sieben Prozent, der Umsatz hingegen stieg um 6,5 Prozent.
Der weltweit drittgrößte Hersteller von DRAM-Speicherchips Elpida büßte nach einer pessimistischen Einschätzung des DRAM-Marktes durch die Analysten von Nomura in Tokio 5,43 Prozent ein. Die Aktien des Elektronikriesen Sony büßten 2,04 Prozent ein.
In Hongkong sank der Leitindex Hang-Seng um 1,17 Prozent auf 18.593,06 Punkte. Von Börsianern hieß es in Hongkong, dass aufgrund der negativen Nachrichtenlage niemand größere Risiken eingehen wolle. Aktien der HSBC gaben um rund zwei Prozent nach. Fest zeigten sich zugleich jedoch Aktien chinesischer Öl- und Gaskonzerne. Wegen einer Steuererleichterung der chinesischen Regierung gewannen die Papiere desÖlunternehmens China Oil & Gas (CNOOC) in 3,01 Prozent, PetroChina legten 2,31 Prozent zu.
In China konnten die Aktienmärkte im Tagesverlauf ins Plus drehen. Spekulationen darüber, dass die chinesische Zentralbank die Zügel der Kreditvergabe lockern könnte, stützten die Kurse, hieß es am Markt. Seit geraumer Zeit hatte sich unter Börsianern die Sorge breitgemacht, fehlende Liquidität könne die chinesische Wirtschaft stocken lassen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen litten unter mangelnder Kreditversorgung. Der Shenzhen CSI 300 Index in Shanghai, der die Aktien der 300 größten festlandchinesischen Aktien mit Börsennotierung in Shanghai und Shenzhen enthält, legte nach den Spekulationen um 0,62 Prozent auf 2.290,60 Punkte zu.
In Singapur schloss der FTSE Straits Times Index mit 0,09 Prozent geringfügig höher bei 2.715,59 Punkten. Der indische Sensex 30 an der Börse in Mumbai legte um 0,07 Prozent auf 15.867,73 Punkte zu./men/ck