HONGKONG/MUMBAI/SHANGHAI/SINGAPUR/TOKIO (dpa-AFX) - Die zunehmenden Sorgen über die politische Lage in Griechenland haben am Mittwoch die asiatischen Börsen belastet. Nachdem die beiden großen Parteien, die den von Europa geforderten Sparkurs mittragen, bei den Parlamentswahlen die Mehrheit verloren hatten, war die konservative Nea Dimokratia mit dem Versuch einer Regierungsbildung gescheitert. Nun ist die Radikale Linke am Zug, die allerdings den Bruch des Sparpakets mit der EU zum Fixpunkt ihrer Sondierungsgespräche für eine neue Regierung macht.
Derweil drängt die Zeit: Bis Mitte Mai muss Griechenland eine handlungsfähige Regierung haben. Sollten alle Gespräche scheitern, muss binnen 30 Tagen neu gewählt werden. "Die Lage in Europa bleibt das wichtigste Thema für die Märkte", betonte ein Investmentstratege. Entsprechend gehörten vor allem die Aktien exportabhängiger Unternehmen zu den Verlierern. Auch konjunkturseitig gab es keine positiven Impulse: In Japan hat sich die Wirtschaftsstimmung im März etwas weniger als erwartet aufgehellt.
Der MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan abbildet, gab um 1,09 Prozent auf 820,70 Punkte nach. In China verlor der Shenzhen CSI 300 Index, der die Aktien der 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen enthält, 1,90 Prozent auf 2.657,51 Punkte. Für den Hongkonger Hang-Seng-Index ging es um 0,75 Prozent auf 20.330,64 Punkte nach unten. Die Aktien des dort gelisteten Mischkonzerns Hutchison Whampoa, der auch Häfen in Spanien und Deutschland betreibt, büßten 1,4 Prozent an Wert ein. In Südkorea verlor der Kospi 0,85 Prozent auf 1.950,29 Punkte. Der FTSE Straits Times Index in Singapur fiel um 1,06 Prozent auf 2.900,91 Punkte zurück. Die Aktien von Cosco Corp. Singapore Limited - einer Tochter der chinesischen Reederei Cosco - verbuchten nach enttäuschenden Quartalszahlen Kursverluste von 2,5 Prozent. In Mumbai gab der Sensex 0,27 Prozent auf 16.501,50 Punkte ab.
An der Börse in Tokio schloss der Nikkei 225 1,49 Prozent tiefer bei 9.045,06 Punkten. Für den breit gefassten Topix (TOPIX) ging es um 1,38 Prozent auf 765,83 Punkte bergab. Die Titel des exportstarken Autobauers Mitsubishi Motors gaben um 2,30 Prozent nach. Beim IT-Dienstleister NTT Data sorgte ein schwacher Ausblick für deutliche Kursverluste von knapp zwölf Prozent./gl/wiz