PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen haben den ersten Handelstag des neuen Jahres mit deutlichen Gewinnen beendet. "Am ersten Tag des Jahres nutzen viele Investoren wieder die Liquidität, nachdem sie ihr Portfolio bereinigt haben", sagte ein Fondsmanager. Laut Kapitalmarktexperte Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser "starten die Anleger mit Elan und Zuversicht in das Jahr 2012". Wie schon zwischen den Jahren war das Geschäft am Montag aber sehr ruhig, da etliche Marktplätze noch geschlossen blieben, darunter Tokio, London, Zürich und New York.
Der Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50) schloss 2,32 Prozent höher bei 2.370,20 Punkten und knüpfte damit an seine freundliche Entwicklung vor Neujahr an. Das Vorjahr hatte der Leitindex der Eurozone allerdings mit einem satten Minus von 17 Prozent beendet, und auch für 2012 sind die Experten nur verhalten optimistisch: Im Schnitt trauen sie dem Börsenbarometer ein Plus von knapp sieben Prozent zu. Für den Pariser Cac 40 (CAC 40) ging es am Montag um 1,98 Prozent auf 3.222,30 Punkte nach oben.
Sämtliche Branchenindizes im Stoxx Europe 600 verbuchten Gewinne. Die Auto-, Versorger- und Chemieindizes führten die Übersicht mit Aufschlägen zwischen 1,75 und 3,38 Prozent an. Dagegen schafften die Indizes der Immobilienwerte nur ein knappes Plus.
Auffällig waren im EuroStoxx die Papiere der Versicherer Generali (Assicurazioni Generali) und Axa (Synaxon) mit Kursgewinnen von 3,70 und 3,83 Prozent. Um nur unterdurchschnittliche 1,81 Prozent legten indes die Aktien der France Telecom (France Télécom) zu, obwohl die Franzosen deutliche Zuwächse bei Smartphone-Abonnenten gemeldet hatten.
An der Spitze des Cac 40 verteuerten sich die Aktien von Alcatel-Lucent um 7,21 Prozent auf 1,294 Euro. Der Chef des Telekomanbieters hatte in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung "Les Echos" ausgeschlossen, dass - wie beim Konkurrenten Nokia Siemens Networks - ein Großteil der Belegschaft dem Sparkurs zum Opfer falle. Beim Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und Nokia sollen nach Unternehmensplanungen mit 17.000 Jobs rund ein Viertel der Arbeitsplätze gestrichen werden. Alcatel-Chef Ben Verwaayen sagte der Zeitung, eine Reduzierung der Arbeitsplätze um 25 Prozent stehe "außer Frage". Zudem befinde sich der Anbieter von Telekommunikationsanlagen und -dienstleistungen "nicht in der Krise". Die WestLB hatte an diesem Morgen zudem ihr Votum für die Aktie der Franzosen von "Sell" auf "Neutral" angehoben.
Die Papiere von Veolia Environnement legten um 5,50 Prozent auf 8,935 Euro zu. Die britische Zeitung "Sunday Times" hatte am Sonntag ohne Nennung von Quellen berichtet, der französische Versorger habe unter anderem in der Allianz und dem kanadischen Pensionsfonds Borealis Interessenten für sein britisches Wassergeschäft gefunden. Die japanischen Konzerne Itochu und Marubeni sollen dem Bericht zufolge ebenfalls ein Gebot prüfen. Nach Angaben der Zeitung könne der Verkauf rund 1,2 Milliarden Pfund (1,44 Milliarden Euro) in die Kassen des französischen Versorgers spülen. Die Allianz-Titel gewannen im Zuge der freundlichen Branchenentwicklung 3,79 Prozent hinzu./men/gl/he