PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen haben am Dienstag überwiegend an ihre Gewinne vom Vortag angeknüpft. Der
Eurostoxx 50 (
EuroSTOXX 50) als Leitindex der Eurozone stieg um 0,33 Prozent auf 2.590,83 Punkte, konnte seine zwischenzeitlich noch deutlicheren Gewinne aber nicht vollständig über die Zeit retten. Zögerlich in den Handel gestartete US-Börsen hatten ihn am Nachmittag einige Punkte gekostet. In Paris legte der Cac 40 um 0,39 Prozent auf 3.580,48 Punkte zu. Der Londoner
FTSE 100 war dagegen hauchdünn ins Minus abgerutscht: Er gab am Ende um 0,04 Prozent auf 5.869,04 Punkte nach.
Im Fokus der Märkte stand weiterhin die Haushaltsdebatte in den USA. "Wir gehen weiter davon aus, dass die Budgetprobleme in den USA bis zum Jahresende gelöst werden", sagte Daniel Morris, Stratege bei JPMorgan Asset Management. Er rät daher allen Anlegern, Aktien zu kaufen, sobald diese wegen der Spekulation auf eine Eskalation der Haushaltslage sinken. Die zögerliche Haltung der Anleger an der Wall Street zeigte dann aber, dass das Vertrauen an den Märkten auf eine Lösung der Probleme immer noch niedrig ist. Die Börsen in Europa nahmen dieses Zögern dann wieder auf und reduzierten ihre zuvor erzielten Gewinne.
Im Branchenvergleich waren Finanztitel die letztendlich größten Gewinner: Der Teilindex Stoxx 600 Banks gewann 0,61 Prozent, und im EuroStoxx dominierten die Finanzwerte entsprechend die vorderen Ränge. Titel der italienischen Unicredit (UniCredito Italiano (vor Aktienzusammenlegung)) verbuchten mit zweieinhalb Prozent den größten Aufschlag im Leitindex der Eurozone, dicht gefolgt von den Aktien der französischen Großbank Societe Generale (Société Générale). Laut Händlern profitierte der Sektor nachwirkend von der am Montagabend erfolgten Freigabe der Finanzspritzen für spanische Banken.
Bei den Titeln von EADS setzten sich derweil die Spekulationen um die künftige Aktionärsstruktur fort. Zunächst knüpften die Titel mit deutlichen Gewinnen an ihre jüngste Rally an, kamen dann aber am Nachmittag zurück. Am Markt wurde dies mit einem Gerücht begründet, dass sich Großaktionär Daimler über den Markt von seinen Anteilen trennen wolle. Dies würde zu einem Überhang von Aktien führen, so ein Händler. Die Aktien gewannen in Paris letztendlich noch ein halbes Prozent - an mittlerweile fünf Gewinntagen in Folge haben sie rund neun Prozent zugelegt.
Größter Gewinner waren in Paris am Ende die Papiere von Alcatel-Lucent mit plus 2,56 Prozent. Medienberichten zufolge nähert sich der Netzwerkausrüster in Gesprächen mit seinen Banken der Bereitstellung von zusätzlichen Refinanzierungsmitteln. Ansonsten standen noch Zahlen von Tui Travel im Blickfeld: Der britische Reisekonzern hat im vergangenen Geschäftsjahr so viel verdient wie noch nie. Die Aktie der Tui-Tochter (TUI) rückte in London um mehr als drei Prozent vor./tih/she