PARIS/LONDON (dpa-AFX) ? Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben auch am Dienstag weiter zugelegt. Börsianer begründeten dies mit unerwartet starken Einzelhandelsumsätzen in den USA. Der
Eurostoxx 50 rückte um weitere 0,22 Prozent auf 2.861,67 Punkte vor. In Paris legte der CAC-40-Index (
CAC 40) um 0,27 Prozent auf 3.902,87 Punkte zu. Der britische
FTSE 100 gewann 0,52 Prozent auf 5.891,21 Punkte.
Der US-Konsum im November habe die Anleger optimistisch gestimmt, dass auch die so wichtige Weihnachtssaison positiv überraschen kann und die Wirtschaftserholung gut vorankommt, hieß es. Der Handel sei vor der am Abend anstehenden Leitzinsentscheidung der US-Notenbank jedoch gleichzeitig von Zurückhaltung geprägt gewesen.
Die größten Kursgewinne verbuchte der Öl- und Gassektor, gefolgt vom Gesundheitssektor. Aktien von BP setzten sich mit einem Zuwachs von 3,22 Prozent auf 462,54 Pence an die Spitze des britischen "Footsie". Eni gehörten mit plus 1,41 Prozent auf 16,560 Euro zu den Favoriten im EuroStoxx. Börsianern zufolge profitierten BP-Anteile von Spekulationen um ein Übernahmeangebot von Royal Dutch Shell (Royal Dutch Shell Grou a). Zudem stützte der Verkauf von Öl- und Gasvorkommen in Pakistan sowie eine positive Studie von Credit Suisse die Papiere. Shell-Anteile verteuerten sich um 1,39 Prozent auf 2.081 Pence.
Besonders schwach präsentierten sich nach der jüngsten Rally dagegen die meisten Automobiltitel. BMW waren mit einem Abschlag von 1,53 Prozent auf 62,470 Euro Schlusslicht im EuroStoxx, Daimler hielten mit einem Verlust von 1,19 Prozent auf 54,110 Euro die rote Laterne im Stoxx Europe 50. Renault-Aktien büßten im französischen Leitindex 1,16 Prozent ein auf 44,480 Euro.
Adecco (Adecco SA) sanken in Zürich um 0,89 Prozent auf 61,35 Franken ab. Die Chancen Zehntausender Leiharbeiter auf eine bessere Bezahlung sind gestiegen. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt darf die Spitzenorganisation der Christlichen Zeitarbeitsgewerkschaften, der Billigverträge vorgeworfen wurden, künftig keine Tarifverträge mehr abschließen./ag/tw