FRANKFURT (dpa-AFX) - Der
Dax (
DAX) ist am Mittwoch wegen wieder verstärkter Sorgen um die Entwicklung in Italien ins Minus gedreht und hat rund ein Prozent verloren. Zum Auftakt hatte noch die Ankündigung von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi für kräftige Gewinne gesorgt. Dieser hatte am Vorabend seine Bereitschaft zum Rücktritt erklärt, will aber zuerst ein Reformgesetz für mehr Wirtschaftswachstum durchsetzen, das er der EU zugesagt hat. Allerdings ändere die Veränderung in der italienischen Regierung nichts an den massiven finanziellen Problemen des Landes, hieß es von Marktteilnehmern. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade fügte hinzu, die Börsen seien derzeit fest im Bann politischer Ereignisse.
Der Dax fiel zuletzt um 1,11 Prozent auf 5.895,03 Punkte. Für den MDAX (MDAX) ging es um 0,37 Prozent auf 9.030,97 Punkte abwärts und auch der TecDax (TecDAX) gab 0,21 Prozent ab auf 701,02 Punkte. Ein Händler verwies für die Verluste am Markt nun vor allem auf die steigenden Renditen auf italienische Staatsanleihen. Diese "rennen plötzlich wieder nach oben und das löst große Sorgen am Aktienmarkt aus", sagte er.
'FANTASTISCHE' ZAHLEN SCHIEBEN DEUTSCHE POST AN
Auf Unternehmensseite nahm hierzulande die Berichtssaison noch einmal deutlich Fahrt auf. Aus dem Dax legten Eon , die Deutsche Post und Henkel (Henkel vz) Zahlen vor. Aus der zweiten Reihe berichteten unter anderem Klöckner & Co (KlöCo) (KloecknerCo) und Hannover Rück über ihr abgelaufenes Quartal.
Die Deutsche Post konnte mit "fantastischen" Zahlen punkten, wie ein Börsianer sagte. Das hievte die Aktien mit einem Plus von mehr als vier Prozent an die Dax-Spitze. Die Zahlen des größten deutschen Versorgers Eon fielen laut Händlereinschätzungen in etwa wie erwartet aus. Die Aktien drehten zuletzt mit dem Markt und fielen rund ein halbes Prozent. Henkel (Henkel vz) steigerte im dritten Quartal seinen Umsatz, verdiente unter dem Strich aber weniger. Händler sprachen von einer gewissen Enttäuschung. Die Aktien sackten um 5,65 Prozent auf 41,110 Euro ab und waren damit einer der wenigen Verlierer im Leitindex.
Die Aktien des Stahlhändlers KlöCo gehörten nach schwächeren Gewinnen und einem als enttäuschend eingestuften Ausblick zu den größten Verlierern im MDax. Die Titel der weiteren Berichtsunternehmen Kuka , Symrise und Hannover Rück (Hannover Rueckversicherung) reagierten positiv auf die vorgelegten Quartalsberichte. Die Papiere von Kuka verteuerten sich um mehr als drei Prozent. Die Ergebnisse des Roboter- und Anlagenbauers hätten die durchschnittlichen Marktschätzungen übertroffen und die Auftragslage sei ebenfalls noch besser als erwartet, hieß es von Händlern.
Als "gemischt" bezeichneten Börsianer dagegen die Zahlen von Symrise. Die Erwartungen beim Umsatz habe das Unternehmen verfehlt, kommentierte ein Händler. Zudem habe der Aromen- und Duftstoffhersteller die Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr gesenkt. Der Rückversicherer Hannover Rück konnte mit seinem Ergebnis positiv überraschen und hält weiter Kurs auf seine Jahresziele.
DRILLISCH SETZEN ERHOLUNG WEITER FORT
Im TecDax setzten die Drillisch-Aktien (Drillisch) ihre Erholung vom Vortag weiter fort und verteuerten sich um knapp neun Prozent. Im Streit der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom) mit einem Tochterunternehmen des Mobilfunk-Serviceproviders verlangt der Bonner Konzern mindestens 1,3 Millionen Euro an Provisionszahlungen zurück, kündigte die Telekom am Dienstag an. Sie wirft Drillisch Provisionsbetrug vor, kündigte die Verträge fristlos und erstattete am Montag Strafanzeige in Hanau. Bei Aktien wie Hugo Boss (HUGO BOSS vz), Continental und Leoni (LEONI) machten sich zudem Analystenkommentare positiv bemerkbar./rum/ck