FRANKFURT (dpa-AFX) - Der
Dax (
DAX) ist am Donnerstag nach einem sehr schwachen Start moderat ins Plus gedreht. Händler verwiesen als Grund auf die wieder fallenden Renditen italienischer Staatsanleihen, die am Vortag neue Rekordstände erreicht hatten. Dieser Anstieg hatte die Sorgen um ein Ausufern der Euro-Schuldenkrise kräftig geschürt un den Leitindex zum Handelsstart bis auf 5.722 Punkte gedrückt.
Im späteren Vormittagshandel stieg der Dax um 0,10 Prozent auf 5.835,39 Punkte. Der MDAX (MDAX) legte um 0,49 Prozent auf 8.914,78 Punkte zu. Der TecDax (TecDAX) indes verharrte in der Verlustzone und sank um 0,45 Prozent auf 688,52 Punkte. "Italien gibt mehr und mehr den Ton an den Aktienmärkten an. Die Verunsicherung ist und bleibt groß", hieß es seitens der Helaba.
ZAHLENFLUT GEHT UNTER
Normalerweise würde eine ganze Flut von Zahlen aus dem HDAX die Aufmerksamkeit der Börsianer binden. Die sehr angespannte Gemengelage in Europa allerdings überlagert die auf Hochtouren laufende Berichtssaison derzeit.
Allein aus dem Dax legten die Schwergewichte Siemens, RWE, Deutsche Telekom sowie K+S Zahlen vor. Dass der Düngemittelproduzent K+S seine Prognosespanne für 2011 etwas nach unten angepasst hat, drückte die Aktien im frühen Handel sogleich an das Dax-Ende. Dort büßten sie 5,99 Prozent auf 41,835 Euro ein.
Den Zahlen von Siemens und RWE konnten Börsianer sowohl etwas Positives als auch Negatives abgewinnen. Beide enttäuschten vor allem mit ihrem Gewinn. Den Ausblick bewerteten Händler bei beiden dagegen als beruhigend. Siemens fielen zuletzt um 1,37 Prozent, während sich RWE in die Gewinnzone vorarbeiteten und sich dort um knapp ein halbes Prozent verteuerten. Die Deutsche Telekom schnitt mit ihrem Geschäftsbericht dagegen deutlich besser als erwartet ab. Die Aktie konnte sich mit einem Plus von 2,73 Prozent auf 9,026 Euro gegen den schwachen Trend stemmen.
GUTE ZAHLEN HELFEN DEUTZ NICHT - AKTIE FÄLLT
Eine regelrechte Flut von Zahlen galt es aus dem MDax (MDAX) zu verarbeiten. Unter anderem legten EADS, Brenntag und Lanxess (LANXESS) Zahlen vor. EADS verdiente trotz Sonderbelastungen im dritten Quartal deutlich mehr als von Analysten erwartet. Am Markt wurde das mit dem größten Kursplus innerhalb des HDax (HDAX) belohnt. Die Aktie gewann mehr als fünfeinhalb Prozent hinzu. In Paris legte sie sogar noch stärker zu.
Deutz (DEUTZ), Lanxess und Brenntag gehörten nach Zahlen zu den größten Verlierern im MDax. Sie fielen um 1,67 bis 3,31 Prozent. Dabei waren die Zahlen von Deutz laut Börsianern etwas besser als erwartet ausgefallen. Bei Lanxess lobten Börsianer die bestätigte Prognose, während Brenntag im dritten Quartal die Erwartungen verfehlte. Fraport gaben um etwas mehr als ein Prozent nach und Sky Deutschland schafften die Kehrtwende und gewannen zuletzt 1,80 Prozent hinzu. Hier hatten sich Marktteilnehmer uneinheitlich geäußert.
Die TecDax-Vertreter United Internet und Freenet hatten sich bereits am Vorabend nach Börsenschluss zum abgelaufenen Quartal geäußert. Beide Quartalsberichte stießen auf positives Echo bei den Marktteilnehmern, was sich auch in den Kursen widerspiegelte. Die Aktien fielen weniger stark als der Markt./rum/ck