FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Rücksetzer zu Wochenbeginn hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag seinen Aufwärtstrend wieder aufgenommen. Nach den Beschlüssen auf dem EU-Gipfel vom Vortag stieg der
Dax (
DAX) im frühen Handel um 0,70 Prozent auf 6.489,28 Punkte. Der
MDAX (
MDAX) der mittelgroßen Werte legte 1,03 Prozent auf 9.874,02 Punkte zu, und der Technologiewerte-Index
TecDax (
TecDAX) gewann 1,07 Prozent auf 745,45 Punkte.
"Die europäischen Staats-und Regierungschefs waren am Vorabend in der Lage, einen weiteren Schritt in Richtung eines Fiskalpakts zu machen", sagte Roger Peeters, Vorstand bei Close Brothers Seydler Research. Sollte dies ein Zeichen dafür sein, dass die Politiker bald auch Fortschritte beim Schuldenschnitt für Griechenland machen, könnten die Märkte tief durchatmen. Er betonte jedoch, dass auch dies nicht das Ende der Schuldenkrise wäre. Die jüngste Entwicklung am Anleihemarkt mache es wahrscheinlicher, dass ähnliche Diskussionen auch bei Portugal geführt werden müssen. "Insgesamt gehen die Anleger im neuen Jahr aber eher entspannt zu Werke", so der Experte.
THYSSEN EINIGT SICH AUF INOXUM-VERKAUF
Aktien von ThyssenKrupp reagierten positiv auf eine Einigung über die Zukunft der Edelstahlsparte Inoxum. Sie kletterten an der Dax-Spitze um 1,99 Prozent auf 21,530 Euro. Der Stahlkonzern hatte am Morgen mitgeteilt, eine grundsätzliche Einigung über die Zusammenführung des Edelstahlgeschäfts mit dem Konkurrenten Outokumpu erzielt zu haben. Der Gesamtpreis für Inoxum liegt den Angaben zufolge bei rund 2,7 Milliarden Euro und setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: ThyssenKrupp wird im Zuge dessen einen Minderheitsanteil von 29,9 Prozent an Outokumpu bekommen. Zudem sollen die Finnen eine "signifikante Barzahlung" leisten, um Finanzschulden von Inoxum bei ThyssenKrupp abzulösen.
Zu den größeren Gewinnern zählten zudem die Aktien der Commerzbank, die 1,11 Prozent auf 1,826 Euro zulegten. HSBC-Analyst Johannes Thormann hatte zuvor das Kursziel von 2,10 auf 3,00 Euro angehoben und sein "Overweight"-Votum beibehalten. Er signalisiert damit ein Kurspotenzial von knapp 70 Prozent.
HEIDELCEMENT NACH GOLDMAN-STUDIE GEFRAGT
Auch Aktien von HeidelbergCement profitierten von einer Analystenstimme: Will Morgan von Goldman Sachs hob das Unternehmen in einer aktuellen Studie zum Bausektor neben Saint Gobain (Compagnie de Saint-Gobain) als bevorzugte Wahl unter den Baustoffherstellern hervor. Die Titel des Zementkonzerns stiegen um 1,74 Prozent auf 37,72 Euro. Vorläufige Zahlen von Gigaset sorgten bei dem TecDax-Wert für einen Kurssprung von etwas mehr als 12 Prozent. Der Telefonhersteller ist im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt./tih/rum