FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach zwei schwächeren Tagen hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch dank guter Vorgaben wieder an seinen Aufwärtstrend angeknüpft. Börsianer sprachen angesichts der sich abzeichnenden Einigung auf ein Sparpaket für Griechenland von einer gestiegenen Risikobereitschaft der Anleger. In der ersten Handelsstunde stieg der
Dax (
DAX) um 0,85 Prozent auf 6.811,35 Punkte. Damit erreichte der Leitindex ein neues Sechsmonatshoch.
Bereits am Vortag war der Dax zum Börsenstart auf den höchsten Stand seit Anfang August geklettert, war wegen der Sorgen über die griechischen Schuldenprobleme aber schnell wieder abgebröckelt. Der MDAX (MDAX) der mittelgroßen Werte gewann am Mittwochmorgen 0,38 Prozent auf 10.345,35 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax (TecDAX) rückte um 0,79 Prozent auf 769,78 Punkte vor.
Die anhaltend positive Entwicklung an den Märkten in Asien und den USA gebe den Börsen weiter Auftrieb, sagte Analyst Stan Shamu von IG Markets. Auch deuteten sich Fortschritte in Griechenland an. Helaba-Analyst Christian Schmidt sieht den Dax zwar als stark überkauft an und hält daher eine Zwischenkorrektur für nicht überraschend. "Bemerkenswert ist jedoch auch, dass die Abschläge zuletzt sehr moderat ausfielen, was grundsätzlich für die relative Stärke des Marktes spricht." Positiv stimme auch der Blick auf den Euro: Dieser ist am Morgen technisch nach oben ausgebrochen und könnte die Aktienmärkte zusätzlich beflügeln. Die Agenda ist reich gefüllt, unter anderem mit Zahlen von Heidelberger Druck (Heidelberger Druckmaschinen), Gerresheimer , Douglas (DOUGLAS) und Singulus (Singulus Technologies).
BANKEN AN DAX-SPITZE - GERINGERER VERLUST STÜTZT HEIDELDRUCK
Die Bankenwerte gehörten angesichts der positiven Erwartungen für Griechenland zu den größten Gewinnern. Die Aktien der Commerzbank sprangen an der Dax-Spitze (DAX) um 8,24 Prozent auf 2,114 Euro hoch. Die Titel der Deutschen Bank (Deutsche Bank), zu der es zudem einige Medienberichte gab, verteuerten sich um 2,59 Prozent auf 34,830 Euro. Die Abweisung zweier Klagen gegen das Institut in den USA wegen verbriefter Hypothekenpapiere sei gut für die Stimmung gegenüber der Aktie, sagte ein Händler. Allerdings seien noch einige weitere Klagen anhängig.
Die Anteilsscheine von Heidelberger Druck (Heidelberger Druckmaschinen) legten um 2,55 Prozent auf 1,649 Euro zu, nachdem der angeschlagene Druckmaschinenhersteller einen geringer als befürchtet ausgefallenen Verlust für das dritte Geschäftsquartal berichtet hatte. Zudem bestätigte das Unternehmen den Ausblick. Händler begrüßten das etwas bessere Ergebnis, sahen aber keinen starken Kurseinfluss. Allerdings hatten die Papiere zuletzt wieder dem Markt hinterhergehinkt und holten nun wieder auf, nachdem eine böse Überraschung ausgeblieben war.
ZAHLEN UND AUSBLICK LASSEN GERRESHEIMER ABSACKEN
Der Spezialverpackungs-Hersteller Gerresheimer ist nach einem robusten Geschäftsjahr zwar auch für das laufende Jahr optimistisch. Börsianer monierten indes, dass sowohl der Umsatz als auch die Ertragskennziffern etwas unter den Prognosen lägen. Ein Analyst betonte zudem den schwachen Ausblick für die Margen. Die Anteilsscheine sackten am MDax-Ende um 6,88 Prozent auf 33,990 Euro ab. Dagegen verteuerten sich die Douglas-Titel (DOUGLAS) um 0,76 Prozent. Der Handelskonzern lag mit seinen Zahlen für das erste Geschäftsquartal teilweise etwas über den Marktschätzungen und bestätigte den Jahresausblick.
Der im TecDax gelistete Spezialmaschinenbauer Singulus (Singulus Technologies) hatte 2011 wie erwartet operativ die Wende geschafft, was den Aktien zu Gewinnen von mehr als 3 Prozent verhalf. Nach drei verlustreichen Jahren fiel zumindest vor Zinsen und Steuern wieder ein Gewinn an. Allerdings nannte Singulus keine genauen Zahlen und machte auch keine Angaben, ob auch unter dem Strich schwarze Zahlen erreicht wurden. Außerdem verfehlte das Unternehmen beim Auftragseingang die Erwartungen der Experten./gl/la