FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen
Aktien sind am Freitag vor dem
US-Arbeitsmarktbericht überwiegend mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Der
Dax (
DAX) konnte sich nach einem schwächeren Auftakt aber etwas erholen und lag zuletzt 0,08 Prozent tiefer bei 6.530,55 Punkten. Am Vortag war der deutsche Leitindex nach Zinssenkungen in Europa und China zunächst auf ein Zweimonatshoch gestiegen, bevor ihn Gewinnmitnahmen 0,45 Prozent im Minus schließen ließen. Der
MDAX (
MDAX) sank am Freitag um 0,19 Prozent auf 10.586,22 Punkte und der
TecDax (
TecDAX) gab um 0,30 Prozent auf 768,60 Punkte nach. Als Belastungsfaktoren nannten Börsianer den anhaltend schwachen Euro, die tieferen asiatischen Börsen sowie den nachgebenden Future auf den US-Leitindex Dow Jones.
Die gestrigen Börseneaktionen zeigten, dass sich der Markt uneinig darüber sei, ob die Zinssenkung ein Schritt in die richtige Richtung ist, oder in puncto Konjunkturaufschwung wirkungslos verpufft, kommentierte Händler Markus Huber von ETX Capital die EZB-Aktion vom Vortag. Bis zum Nachmittag werde der Handel wohl in ruhigen Bahnen verlaufen, da sich die Anleger vor den wichtigen US-Arbeitsmarktzahlen für Juni zurückhalten dürften, glaubt LBBW-Investmentanalyst Bernd Fernow. Durchschnittlich werden 95.000 neu geschaffene Stellen erwartet.
BRACHEM VERKAUFT RESTLICHEN BRENNTAG-ANTEIL
Unter den Einzelwerten standen Brenntag mit einem Minus von 2,90 Prozent auf 89,15 Euro im Anlegerfokus. Die Beteiligungsgesellschaft Brachem hat ihren Restanteil an dem Chemikalienhändler verkauft. Händlern zufolge wurden die 6,9 Millionen Anteilscheine zu 89 Euro platziert. SAP fielen als zweitschlechtester Wert im Dax um 2,43 Prozent. Händler verwiesen auf schwache Zahlen des US-Wettbewerbers Informatica Corp . Dessen Aktien waren am Vorabend nach Börsenschluss um gut ein Viertel eingebrochen. Bei SAP rechnen Analysten in diesem Zusammenhang mit einer baldigen Vorveröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal. Dann dürfte eine an den Zukauf Ariba angepasste, neue Prognose für 2012 gegeben werden.
Schwächster Dax-Wert waren BMW mit einem Minus von 3,10 Prozent. Ganz oben im Leitindex rangierten Lufthansa mit plus 2,49 Prozent. Beide Aktien reagierten damit auf Umstufungen bzw. Kurszieländerungen von Analysten. RWE-Titel (RWE) gewannen 0,61 Prozent. Der Energiekonzern erwartet laut einem Händler Kaufgebote für seine Tochtergesellschaft Net4Gas. Bisher habe ein Verkaufspreis von rund zwei Milliarden Euro im Raum gestanden, hieß es. Bijou Brigitte (Bijou Brigitte modische Accessoires) wurden am Freitag mit einem Dividendenabschlag von 5,50 Euro gehandelt. Auch Fielmann notierten ex Dividende. Die Optikerkette zahlt ihren Aktionären 2,50 Euro je Aktie.
KAUFGEBOT FÜR WMF
WMF-Papiere (WMF Wuerttembergische Metallwarenfabrik) schossen um 22,76 Prozent nach oben. Der Finanzinvestor KKR will den Küchengerätehersteller übernehmen. Die Zustimmung der Kartellbehörden vorausgesetzt, wird KKR die von der Beteiligungsgesellschaft Capvis gehaltenen 52 Prozent der WMF-Stammaktien und gut 5 Prozent der Vorzugsaktien erwerben. Den übrigen Aktionären will KKR ebenso wie Capvis 47 Euro je Stammaktie zahlen. Die Vorzugsaktionäre sollen mindestens 31,70 Euro für jedes ihrer Papiere erhalten. Nach Berechnungen von dpa-AFX wäre das Unternehmen damit mindestens 586 Millionen Euro wert./edh/rum