FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Erholung aus dem späten Dienstagshandel hat sich am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte fortgesetzt. Der
Dax (
DAX) legte im frühen Handel um 1,13 Prozent zu auf 5.275,51 Punkte, lag damit jedoch bereits rund 70 Punkte unter dem Tageshoch. Der Dax knüpft nahtlos an die trendlose Seitwärtsbewegung der vergangenen vier Wochen mit großen Ausschlägen in beide Richtungen an. Der
MDAX (
MDAX) gewann am Mittwochmorgen 0,41 Prozent auf 7.814,67 Punkte und der
TecDax (
TecDAX) stieg um 0,75 Prozent auf 630,91 Punkte. Beide Indizes waren am Vortag auf neue Tiefststände seit einem und sogar zwei Jahren gefallen.
Als Stütze erwiesen sich die Vorgaben der Wall Street: Der Dow Jones Industrial (Dow Jones) konnte sich am Vorabend wieder deutlich in die Gewinnzone zurückkämpfen, nachdem er zuvor den tiefsten Stand seit September 2009 erreicht hatte. Der Future auf den US-Leitindex gewann ungeachtet der kräftigen Ratingabstufung für italienische Staatsanleihen durch Moody's seit dem Xetra-Schluss vom Dienstag rund 2 Prozent. Händler begründeten die positive Marktentwicklung auch mit der erneuten Hoffnung, dass sich Europa endlich zu koordinierten Schritten zur Lösung der Schuldenkrise durchringen werde. Zu einem in den Medien wieder ins Spiel gebrachten "Bankenrettungsplan" gebe es aber keine Details, äußerte sich ein Börsianer zurückhaltend.
SCHÄUBLE WARNT VOR BANKENKRISE
Im Fokus standen abermals die Banken, zumal Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aktuell vor einer europäischen Bankenkrise gewarnt hat. Die große Sorge sei, dass die "beunruhigenden Entwicklungen an den Finanzmärkten in einer Bankenkrise eskalieren" würden, sagte Schäuble nach dem Treffen der Euro-Finanzminister am Dienstag in Luxemburg. Er bestätigte, dass die Minister intensiv über die Lage im Bankensektor diskutiert hätten. Gehörten die Bankentitel am Vortag aber über weite Strecken noch zu den schwächsten Papieren, zogen sie aktuell den Dax nach oben: So kletterten die Aktien der Deutschen Bank (Deutsche Bank) als bester Wert um 4,42 Prozent auf 25,725 Euro, die der Commerzbank stiegen um 1,89 Prozent auf 1,723 Euro.
Die Aktien von Metro (METRO) wurden am Morgen von den Zahlen des Konkurrenten Tesco bestimmt. Der britische Einzelhändler steigerte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres Umsatz und Gewinn, enttäuschte aber mit letzterem. Nach einem freundlichen Auftakt setzte bei den Metro-Aktien entsprechend Ernüchterung ein und sie sanken um 0,15 Prozent auf 30,400 Euro. Anders als am Vortag waren auch defensive Werte kaum gefragt: Fresenius (Fresenius SECo) büßten 0,96 Prozent ein auf 64,87 Euro, die Anteile der Tochter FMC (Fresenius Medical Care) verloren 1,04 Prozent auf 48,775 Euro.
EVOTEC PROFITIERT VON KOOPERATION
Im TecDax zogen die Evotec-Aktien (Evotec) um 5,66 Prozent auf 2,239 Euro an. Das Biotechunternehmen hat seine Zusammenarbeit mit der belgischen UCB ausgeweitet und ist eine Wirkstoff-Forschungskooperation eingegangen. Evotec erhält eine festgelegte Forschungszahlung über die gesamte Vertragslaufzeit, Meilensteinzahlungen sowie Umsatzbeteiligungen für jedes zugelassene Medikament.
Die Enttäuschung, dass Apple am Vorabend nicht das erhoffte iPhone 5 vorstellte, ließ die Aktien des Zulieferers Dialog Semiconductor derweil weitgehend kalt. Sie veränderten sich nach festem Start zuletzt kaum und standen bei 12,380 Euro. Statt eines neuen iPhone 5 gab es lediglich das iPhone 4S mit einem schnelleren Prozessor, einer verbesserten Kamera und einer runderneuerten Antennen-Technik. Unter den weiteren als Zulieferer geltenden Unternehmen hatten vor allem Aktien von Gehäuseherstellern gelitten, da das iPhone 4S genauso wie sein Vorgänger aussehen wird./ag/ck