FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit Hilfe freundlicher Vorgaben und der Hoffnung auf eine Entspannung in der Schuldenkrise hat der
Dax (
DAX) zum Wochenschluss an seine jüngsten Kursgewinne angeknüpft. Der Leitindex stieg in der ersten Stunde um 0,52 Prozent auf 6.211,57 Punkte, musste dabei aber einen Teil der frühen Gewinne wieder liegen gelassen. Er blieb aber über der Marke von 6.200 Punkten, die er am Vortag erstmals seit Ende Oktober wieder überschritten hatte, letztendlich aber nicht verteidigen konnte. Der
MDAX (
MDAX) gewann am Morgen 0,38 Prozent auf 9.572,03 Punkte. Der
TecDax (
TecDAX) legte 0,01 Prozent auf 722,16 Punkte zu.
"Der Fokus liegt heute auf der nächsten italienischen Anleiheauktion", sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets, nachdem gut verlaufene Emissionen in Spanien und Italien am Vortag für Euphorie gesorgt hatten. "Die zu emittierenden zehnjährigen Anleihen gelten aber wegen der längeren Fristigkeit als riskanter und so dürfte diese ein präziseres Bild über das Vertrauen des Marktes abgeben", fügte sie hinzu. Darüber hinaus stehen Zahlen der US-Bank JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) und frische Wirtschaftsdaten aus den USA auf dem Programm.
FINANZWERTE VORNE DABEI
An der Dax-Spitze profitierten Bankenwerte laut Händlern von einem Bericht des "Handelsblatts", demzufolge die Europäische Bankenaufsicht EBA ihren regulären jährlichen Bankenstresstest verschieben will. Die Behörde wolle Rücksicht darauf nehmen, dass viele europäische Banken noch bis Ende Juni damit beschäftigt sein werden, ihre Kapitallücken zu schließen. Titel der Deutschen Bank (Deutsche Bank) legten im Zuge dessen 3,05 Prozent auf 29,375 Euro zu und Allianz-Aktien (Allianz) gewannen 2,30 Prozent. Auch europaweit war der Stoxx Europe 600 Banks mit einem Plus von 1,91 Prozent im frühen Geschäft der favorisierte Branchenindex.
Aktien der Commerzbank toppten dies an der Dax-Spitze mit einem Aufschlag von 5,10 Prozent auf 1,443 Euro. Bei der Bank dürfte sich laut Händlern zudem noch ein weiterer Bericht des "Handelsblatts" bemerkbar machen, wonach das Konzept von Bankchef Martin Blessing beim Stopfen der Kapitallücke allein auf "Marktlösungen" beruhe. Händler werteten die Nachricht, dass die teilverstaatlichte Bank ohne Staatshilfe auszukommen versuche, als nicht neu. Der Bericht liefere aber einen konkreten Plan und Zeitpunkt.
BRENNTAG MIT SILIKON-LIEFERUNGEN IM BLICK
Im MDax gaben Brenntag 2,65 Prozent ab. Laut Händlern leidet die Aktie unter einem "Handelsblatt"-Bericht zum Skandal um Silikon-Implantate, wonach dem Chemiehändler wegen der Lieferung von Industrie-Silikon Schadensersatzforderungen in mehrstelliger Millionenhöhe drohen. Rhön-Klinikum dagegen stiegen um 2,54 Prozent. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, soll ein Minderheitsanteil von 49 Prozent an den Wiesbadener Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken an den Klinikbetreiber verkauft werden.
SMA Solar (SMA Solar Technology) sind indes nach vorläufigen Zahlen innerhalb weniger Minuten ans TecDax-Ende durchgereicht worden. Dort gaben die Aktien des Solarkonzerns zuletzt 5,95 Prozent auf 50,55 Euro ab. Wie der Wechselrichter-Hersteller zuvor mitgeteilt hatte, könne er keine verlässliche Prognose für den Weltmarkt abgeben und daher auch nichts über die weitere eigene Umsatz- und Gewinnentwicklung sagen. Die Zahlen nannte ein Händler "bestenfalls in-line". Der Ausblick sei ernüchternd. Die Tatsache, dass sie die Lage nicht einschätzen können, sorge für Unsicherheit und diese wiederum sorge dafür, dass Anleger ihre Gewinne mitnehmen. Immerhin habe die Aktie seit Jahresbeginn etwa ein Viertel an Wert hinzugewonnen und dabei gehöre die Aktie in puncto Marktkapitalisierung nicht unbedingt zu den Leichtgewichten./tih/fat