FRANKFURT (dpa-AFX) - Der
Dax ist am Montag mit leichten Verlusten gestartet. Der Leitindex (
DAX) gab am Morgen 0,46 Prozent auf 6.375,24 Punkte ab. In der vergangenen Woche hatte der wichtigste deutsche Aktienindex fast vier Prozent zugelegt und damit seine fünfte Gewinnwoche in Folge hingelegt. Der
MDAX (
MDAX) mittelgroßer Werte kletterte zuletzt mit 0,08 Prozent ins Plus auf 9.804,87 Punkte, der
TecDax (
TecDAX) gewann 0,26 Prozent auf 747,17 Punkte.
Ein Abschluss der Verhandlungen in Griechenland dürfte In der laufenden Woche das Schlüsselereignis für die Aktienmärkte sein, kommentierte Marktstratege Stan Shamu von IG Markets. Börsenbriefautor Robert Rethfeld verweist als positives Indiz auf die aktuelle Erholung an der griechischen Börse, an denen der Leitindex ASE die vergangenen acht Tage ununterbrochen gestiegen ist: "Offenbar setzen genügend Investoren auf eine für Griechenland und seine Banken zufriedenstellende Einigung". Im frühen Geschäft gibt es aber auch Gewinnmitnahmen. Christoph Geyer, technischer Analyst bei der Commerzbank, spricht in seinem Wochenausblick von nachlassender Aufwärtsdynamik.
BANKEN FAVORISIERT
Banken zählten indes europaweit zu den Favoriten - der Stoxx Europe 600 Banks stellte mit plus 1,22 Prozent die stärkste Branche. Laut "Financial Times" planen Frankreich und Deutschland eine Erleichterung der Kapitalregeln, um eine Kreditklemme zu verhindern. Demnach sollen wichtige Elemente der Basel III-Regeln abgeschwächt und um drei Jahre verzögert werden. Ein Händler kommentierte, dass das Vorhaben nicht ganz neu sei, aber dennoch positiv wirke. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete zudem unter Berufung auf Gesetzesentwürfe, dass Banken sogenannte Asset Backed Securities in die liquiden Mittel einbeziehen dürften, die von Regulierungsbehörden eingefordert werden. Commerzbank gewannen an der Dax-Spitze 5,05 Prozent, Deutschen Bank (Deutsche Bank) legten 1,34 Prozent zu.
ThyssenKrupp(ThyssenKrupp) erwägt eine Zusammenlegung der Edelstahlsparte Inoxum mit dem Geschäft des finnischen Wettbewerbers Outokumpu. Der Stahlkonzern prüft aber weiterhin alle Optionen für eine "Verselbständigung" von Inoxum, was als ein wesentlicher Baustein zur strategischen Weiterentwicklung von ThyssenKrupp angesehen wird. Die Aktie der Essener kletterte auf 21,345 Euro und macht ihren Dividendenabschlag von 0,45 Euro mehr als wett.
WINCOR NACH ZAHLEN MDAX-SPITZE
Wincor Nixdorf (Wincor Nixdorf) kletterten nach Zahlen mit plus 3,90 Prozent auf 36,650 Euro an die MDax-Spitze. Der Geldautomaten-und Kassensystemhersteller bekam zwar im ersten Geschäftsquartal das schwankende wirtschaftliche Umfeld und die unsichere Lage der Banken zu spüren und verdienten gut ein Viertel weniger als noch vor einem Jahr. Analysten hatten aber mit diesem Rückgang beim Gewinn gerechnet und der Umsatz fiel sogar höher aus als erwartet. Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank sprach indes von "wenig inspirierenden Zahlen bei einem anhaltend schweren Geschäftsumfeld".
Celesio verloren dagegen 1,48 Prozent auf 14,305 Euro. Händler verwiesen auf eine Abstufung durch Equinet, die Gewinnmitnahmen in dem zuletzt stark gestiegenen Titel auslösten. Equinet-Analyst Edouard Aubery stufte von "Buy" auf "Hold" ab, ließ das Kursziel aber auf 15,00 Euro. Er verwies auf die starke Aktienkursentwicklung des Pharmagroßhändlers in den vergangenen Monaten. Die Bewertung der Aktie sei zwar weiterhin attraktiv, er warte aber auf positive operative Impulsgeber./fat/ag