FRANKFURT (dpa-AFX) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben sich am Dienstag im frühen Handel etwas erholt. Händler verwiesen auf Schnäppchenjäger, die das günstige Kursniveau zum Einstieg nutzten. Der
Dax (
DAX) stieg am Ende der ersten Handelsstunde um 0,60 Prozent auf 7.127,26 Punkte. In den vergangenen vier Handelstagen war der deutsche Leitindex bis auf ein Tief bei 7.021 Zählern abgerutscht und hatte somit zeitweise knapp vier Prozent an Wert verloren. Der
MDAX (
MDAX) der mittelgroßen Werte kletterte an diesem Dienstag um 0,45 Prozent auf 10.708,35 Punkte und der
TecDax (
TecDAX) gewann 0,46 Prozent auf 902,53 Punkte.
Die Vorgaben aus Tokio erwiesen sich als kleine Stütze. Der japanische Leitindex Nikkei 225 hatte die dreitägige Verlustserie am japanischen Aktienmarkt beendet. Auch der Future auf den US-Leitindex Dow Jones konnte sich zuletzt knapp über seinen Stand zum Xetra-Schluss des Vortag vorarbeiten. Entwarnung wollten Börsianer damit aber noch nicht geben. Die wachsenden Sorgen um die weltwirtschaftliche Entwicklung und das Thema Griechenland dürften den Markt weiterhin begleiten. Die Agenda ist indes weiterhin dünn besetzt und lässt keine starken Impulse von der Konjunktur- oder Unternehmensseite erwarten.
ANLEGER GREIFEN BEI VERSORGERN ZU
Zu den Gewinnern zählten zum Handelsauftakt die Versorgertitel, die zuletzt wegen der Atomdebatte zu den größten Verlierern am Aktienmarkt gezählt hatten. Eon stiegen um 2,12 Prozent auf 18,81 Euro und profitierten dabei von positiven Analystenkommentaren. Die Schweizer Großbank UBS hat die Papiere auf die "Key Call List" genommen und zudem gab es eine Hochstufung des Analysehauses Kepler. RWE dagegen will sich Kreisen zufolge gegen den Atom-Abschaltplan der Bundesregierung wehren. Die Titel stiegen um 1,93 Prozent auf 38,61 Euro.
Positive Analystenkommentare halfen noch weiteren Werten ins Plus: ThyssenKrupp stiegen um 1,69 Prozent auf 33,415 Euro, nachdem die Analysten von Cheuvreux hatten das Ziel von 50 auf 60 Euro angehoben hatten. Sky Deutschland verteuerten sich nach einer Hochstufung von Goldman Sachs im MDax um 3,40 Prozent auf 3,377 Euro. Der Fernsehsender habe die Kehrtwende geschafft, begründete Analyst Richard Jones seine neue Einschätzung. Zudem stehe Sky inzwischen finanziell auf stabileren Füßen.
SPEKULATIONEN ÜBER PPR-INTERESSE AN HUGO BOSS
Aktien von Hugo Boss (HUGO BOSS vz) waren mit einem Plus von 0,65 Prozent auf 61,70 Euro im vorderen Drittel des MDax zu finden. Sie profitierten von Spekulationen um einen möglichen Interessenten. Börsianer verwiesen auf einen Bericht der französischen Zeitung "La Tribune", demzufolge Pinault-Printemps-Redoute (PPR) einen größeren Zukauf plant. Dabei stehe das deutsche Modehaus auf der Einkaufsliste des Puma-Mutterkonzerns. Als weitere mögliche Ziele wurden Prada, Burberry (Burberry Group) und Polo Ralph Lauren genannt. Allerdings hatte Großaktionär Permira erst angekündigt, sich derzeit nicht von seinen Anteilen an dem Modekonzern trennen zu wollen.
Aus dem SDax kamen die Aktien der Homag Group wegen des überraschenden Abstiegs aus dem Index der Kleinwerte mit 2,61 Prozent unter Druck. Im Gegensatz zu den ebenfalls ausscheidenden Papieren von Colonia Real Estate war am Markt zuvor nicht mit einem Abschied der Aktien des Maschinenbauers gerechnet worden. Die nachrückenden Aktien der Norma Group und von GSW Immobilien zeigten sich derweil uneinheitlich. Norma lagen mit 1,24 Prozent im Plus, GSW gaben jedoch um 0,40 Prozent nach. Die Änderungen werden zum 20. Juni wirksam. Im Dax (DAX), MDax (MDAX) und TecDax (TecDAX) gibt es derweil keine Änderungen./tih/rum