FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach zwei schwachen Tagen hat sich der
Dax (
DAX) zur Wochenmitte etwas stabilisiert. Im frühen Handel veränderte sich der Leitindex mit minus 0,07 Prozent kaum und stand bei 7.239,25 Punkten. Seit Montag hat das Kursbarometer seine Gewinne aus der Vorwoche fast vollständig abgegeben. Der
MDAX (
MDAX) mittelgroßer Werte büßte am Morgen 0,12 Prozent ein auf 11.189,44 Punkte, während der
TecDax (
TecDAX) weitere 0,72 Prozent verlor auf 814,25 Punkte.
Marktteilnehmer tun sich jedoch schwer, Impulse für eine stärkere Gegenbewegung auszumachen. Fehlende marktfreundliche Nachrichten der jüngsten Politiker-Treffen in Europa, vor allem zum Thema Spanien, und enttäuschende Wirtschaftsdaten drückten auf die Stimmung an den Börsen, sagte Stratege Stan Shamu vom Broker IG am Morgen. Hinzu kämen die verstärkten Spannungen im Nahen Osten und Meldungen, wonach der Iran bereits genügend Uran für den Bau einer Atombombe besitze. Die Märkte schienen ermüdet und starteten offenbar eine Korrektur nach ihrem Anstieg seit Anfang Juni, ergänzte ein Händler. Die Cash-Rally ebbe ab, die jüngsten Liquiditätsspritzen aus China zeigten keine nachhaltige Wirkung. Auf der Agenda stehen Industrieproduktionsdaten aus Frankreich und Zahlen aus den USA. Die dort von Alcoa gestartete Berichtssaison wird die Börsianer weltweit ebenfalls weiter beschäftigen.
BANKEN PROFITIEREN VON GELOCKERTEN REGELN IN GROSSBRITANNIEN
Bankentitel setzten sich im frühen Handel an die Dax-Spitze. Dabei wurden die Papiere der Deutschen Bank (Deutsche Bank) mit plus 1,11 Prozent favorisiert. Händler verwiesen auf einen Bericht der "Financial Times", wonach die britische Finanzaufsicht FSA aus Sorge vor einer Rezession die Regeln für ihre Banken aufweicht.
Autowerte zeigten sich nach einer Meldung aus China derweil uneinheitlich. Während VW Vorzüge (Volkswagen vz) um 0,78 Prozent kletterten, lagen BMW und Daimler im Minus. Das "China Securities Journal" berichte über eine Ausweitung der Förderprogramme für Autokäufe in ländlichen Regionen. Das aktuelle Anreizprogramm, das sich auf Minibusse beziehe, solle auch auf Autos und Lkws ausgedehnt werden.
ThyssenKrupp (ThyssenKrupp) zogen um 0,47 Prozent an. Der "Welt" zufolge ist die erste Bieterrunde für Steel Americas und das Werk in Brasilien beendet. Nun werde im zweiten Schritt mit mindestens fünf verbliebenen Interessenten verhandelt. Nach negativen Analystenstimmen fielen SAP indes um 1,47 Prozent an das Dax-Ende. Barclays hatte die Empfehlung für die Softwaretitel nach deren massivem Anstieg seit Jahresbeginn gestrichen, und die Citigroup senkte ihr Kursziel.
EADS WEITER IM FOKUS - STELLUNGNAHME ZU GROSSFUSION ERWARTET
Im MDax standen EADS-Aktien weiter im Fokus und legten um 0,69 Prozent zu. Nach diversen Kreisemeldungen vom Dienstag müssen die Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und BAE Systems an diesem Mittwoch mitteilen, ob sie ihre geplante Fusion angesichts politischen Gegenwinds abblasen oder doch weiterverfolgen. Als wahrscheinlicher gilt in Branchenkreisen, dass der deutsch-französische und der britische Konzern eine Verlängerung der Frist beantragen, bis zu der sie sich nach britischem Recht zu ihrem Vorhaben konkret äußern müssen./ag/rum