FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Enttäuschung der Anleger über das Treffen der Euro-Finanzminister zur Griechenland-Krise hat den
Dax am Montag erneut belastet. Der Leitindex verlor in im frühen Handel 1,23 Prozent auf 7.076,12 Punkte. In der Vorwoche hatte der Dax nach einer Durststrecke von sechs Verlustwochen in Folge wieder ein Plus von 1,33 Prozent eingefahren und in Hoffnung auf Fortschritte in Griechenland vor dem Wochenende einen erneuten Befreiungsschlag versucht. Der
MDAX der mittelgroßen Werte sank um 0,84 Prozent auf 10.441,83 Punkte, für den
TecDax ging es um 0,31 Prozent auf 867,87 Punkte nach unten.
Die Euro-Kassenhüter kommen am Montag erneut in Luxemburg zusammen, um über die Rettung Griechenlands vor der drohenden Staatspleite zu beraten. Bis weit in die Nacht dauernde Krisenberatungen der Ressortchefs hatten ergeben, dass es endgültige Entscheidungen frühestens Anfang Juli geben wird. Erst müsse das griechische Parlament Ende Juni seine Gesetze zu weiteren Sparmaßnahmen verabschieden.
'AKTIENMÄRKTE MÖGEN KEINE UNSICHERHEIT'
Händler David Buik von BGC Partners äußerte sich derweil skeptisch. Der Euro habe praktisch alle Gewinne wieder eingebüßt, die er noch am Freitag nach der Einigung zwischen Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Sarkozy in der Griechenland-Frage eingefahren hatte. "Ich hoffe, dass die EU, der Internationale Währungsfonds und die Europäische Zentralbank eines verstehen: Die Aktienmärkte mögen keine Unsicherheit!"
Finanzwerte wie Deutsche Bank, Allianz und Commerzbank zählten vor diesem Hintergrund mit Abschlägen von über 1 Prozent zu den größten Verlierern im Dax. Zudem verloren die Aktien von BASF 1,44 Prozent auf 62,38 Euro. Börsianer verwiesen auf die Erwartung einer leichten Abschwächung der Nachfrage in China, die die Papiere wegen der Bedeutung des Marktes belaste.
MAN NUR LEICHT IM MINUS - 'GESCHÄFT ÜBERTRIFFT ALLE PROGNOSEN'
Die Titel von MAN aber schlugen sich mit einem nur kleinen Minus von 0,30 Prozent auf 93,89 Euro besser als der Dax. Das Geschäft des Lastwagenbauers im laufenden Jahr übertrifft laut Georg Pachta-Reyhofen alle Prognosen, wie der Unternehmenschef der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte. Er empfiehlt indes seinen Aktionären, das Übernahmeangebot von Volkswagen (Volkswagen vz) abzulehnen. Der Lastwagenbauer sei mehr wert, als Volkswagen dafür biete. VW hat 95 Euro je MAN-Aktie geboten, um diesen Wert pendelt die Aktie seither. Ein Börsianer stellte auch auf die angestrebte Einigung mit dem arabischen Staatsfonds IPIC über Ferrostaal ab, die den Aktien einen leicht positiven Impuls gegeben habe.
Im MDax gaben die Titel von ElringKlinger nur um 0,58 Prozent nach auf 22,965 Euro. Der Autozulieferer will im kommenden Jahr zum anstrebten operativen Profitabilitätsziel zurückkehren. "Wir wollen 2012 wieder in der von uns anvisierten Bandbreite von 16 bis 18 Prozent EBIT-Marge sein", sagte Finanzvorstand Stefan Wolf der "Börsen-Zeitung". Alles in allem deckten sich die in dem Artikel getätigten Aussagen mit vorherigen Äußerungen, schrieb Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz in einer Studie.
NORMA GROUP UND GSW IMMOBILIEN NEU IM SDAX
Schließlich standen im SDax (SDAX) die Aktien des Anbieters von Produkten und Dienstleistungen für die Verbindungstechnik, Norma Group, und die Titel von GSW Immobilien im Blick. Zu Handelsbeginn hatten die Papiere in dem Nebenwerte-Index die Anteilsscheine von Colonia Real Estate und von der Homag Group ersetzt. Während die Norma-Aktien um 0,49 Prozent nachgaben, verbuchten die GSW-Titel nur ein Minus von 0,86 Prozent./la/ag