FRANKFURT (dpa-AFX) - Die anhaltende Unsicherheit hat sich am deutschen Aktienmarkt in einem wenig veränderten Wochenauftakt niedergeschlagen. Der
Dax (
DAX) stand zuletzt bei 6.404,24 Punkten und damit um 0,09 Prozent tiefer. In der Vorwoche hatte der deutliche Verlust am Freitag zu einem insgesamt schwächeren Wochenabschluss geführt. Der
MDAX (
MDAX) gab am Montagmorgen ebenfalls 0,09 Prozent auf10.439,56 Punkte ab. Der
TecDax (
TecDAX) legte dagegen um 0,06 Prozent auf 757,12 Punkte zu. Helaba-Analyst Christian Schmidt sprach von einer anhaltenden Verunsicherung an den Aktienmärkten. Darüber hinaus übe die anhaltende Schwächephase des Euros einen gewissen Druck aus. Insgesamt stünden in dieser Woche einige Termine an, die das Potenzial hätten, für einen unruhigen Markt zu sorgen.
Die leichte Erholung an der Wall Street seit dem späten Handel am Freitag verhinderte zunächst größere Kursabschläge, hieß es von Händlerseite. Insgesamt halten sich die Investoren aber nicht zuletzt wegen des Treffens der Euro-Finanzminister in Brüssel zurück. Ein Marktteilnehmer sprach von Befürchtungen, dass das Treffen der Finanzminister der Eurozone weitere Brüche in der Währungsgemeinschaft zeigen wird. Die Vorgabe ist moderat positiv: So tendieren die asiatischen Börsen am Morgen zwar schwach, sie holten aber damit lediglich die Verluste der anderen Handelsplätze vom Freitag nach. Belastungsfaktoren wie die jüngsten Aussagen von Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao und die enttäuschenden Konjunkturdaten aus Japan hatten zunächst kaum Einfluss auf das hiesige Marktgeschehen.
ALCOA GIBT STARTSCHUSS FÜR US-BERICHTSSAISON
Die meiste Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer dürfte vor allem dem Start der US-Berichtssaison an diesem Abend nach Handelsschluss gelten. Alcoa wird mit seinen Zahlen die Berichtssaison zum zweiten Quartal einläuten. Hierzulande stand am Morgen mit ThyssenKrupp bereits ein Rohstoffwert im Blick. Das US-Anlegermagazin "Barron's" hatte einem Börsianer zufolge berichtet, die geplanten Verkäufe der weniger profitablen Sparten dürften den Aktienkurs wieder über 20 Euro hieven. Sogar ein kompletter Ausstieg aus dem Stahlgeschäft sei offenbar nicht undenkbar, zitierte er weiter. Insgesamt dürfte sich ein solcher Prozess aber alles andere als einfach gestalten. Der Aktie könnte es zunächst helfen, ihr positives Momentum wieder aufzunehmen, kommentierte der Händler. Nachdem die Papiere vorbörslich noch etwas zulegen konnten, gaben sie zuletzt allerdings um 0,38 Prozent nach. Europaweit waren Rohstoffwerte am deutlichsten belastet.
Größter Gewinner im Leitindex waren Lufthansa-Aktien (Deutsche Lufthansa), die sich ohne neue Nachrichten um etwas mehr als ein Prozent verteuerten. Die Anteilsscheine der Metro (METRO) verzeichneten dagegen mit 3,90 Prozent den mit Abstand größten Verlust im Leitindex. Metro-Chef (METRO) Olaf Koch hatte gegenüber der "Bild am Sonntag" erklärt, bestenfalls ein kleines Konsum-Plus im laufenden Jahr zu rechnen.
STUDIEN BEWEGEN GEA UND DEUTZ
Beim MDax-Favoriten Gea Group (GEA Group) wirkte sich ein Analystenkommentar von Barclays positiv aus. Die Aktien zogen um 1,85 Prozent auf 22,245 Euro an. Abgeschlagen mit einem Kursverlust von 2,37 Prozent bildeten die Deutz-AKtien (DEUTZ) das Gegenstück. Hier war es ebenfalls eine Analystenstimme, die bewegte. Im TecDax verteuerten sich Nordex-Titel (Nordex) um 1,34 Prozent auf 3,176 Euro. Der Windturbinenbauer rechnet einem Interview mit Unternehmenschef Jürgen Zeschky in der "WirtschaftsWoche" zufolge trotz des Abschieds aus dem Geschäft mit Meereswindparks sowie der Probleme in China 2012 mit schwarzen Zahlen./rum/zb