11.01.2017 18:18
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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax beendet Handel über 11 600 Punkten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach Tagen der Lethargie haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch neuen Mut gefasst. Die bevorstehende Amtseinführung von Donald Trump im Fokus, erreichte der Dax (DAX 30) bei 11 692 Punkten den bisher höchsten Stand in diesem noch jungen Börsenjahr.

Allerdings verlor der Leitindex wieder etwas an Dynamik, als der designierte US-Präsident kurz vor Börsenschluss seine erste Pressekonferenz seit dem Wahlsieg begann. Am Ende legte der Dax noch um 0,54 Prozent auf 11 646,17 Punkte zu. Nach mehrtägigem Ringen schloss er erstmals seit August 2015 wieder über der Marke von 11 600 Zählern.

Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,72 Prozent auf 22 364,10 Punkte. Der TecDAX rückte um 0,33 Prozent auf 1847,35 Zähler vor - zuvor hatte der Technologiewerte-Index bei fast 1860 Punkten den höchsten Stand seit über einem Jahr erreicht. Die Kleinwerte im SDAX verbuchten derweil im Handelsverlauf sogar einen Rekordstand bei 9738 Zählern.

VW-AKTIEN PROFITIEREN VON AUSSICHT AUF US-EINIGUNG

Auf Unternehmensseite lag der Fokus am Mittwoch auf den Vorzugsaktien von Volkswagen (Volkswagen vz), die um mehr als 3 Prozent stiegen. Wie am Vorabend mitgeteilt, steht der Autobauer im Abgasskandal kurz vor einem Milliardenvergleich mit der US-Justiz. Ausgehandelt wurden demnach Bußgeld- und Strafzahlungen in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar. Die Einigung gilt als Meilenstein bei der Bewältigung der Diesel-Affäre.

Ansonsten sorgten zur Wochenmitte vor allem Analystenkommentare für Kursbewegungen. Unter den besten Dax-Werten preschten die Titel von RWE nach einem optimistischen Kommentar der Investmentbank Barclays um rund 3,5 Prozent vor. Analyst Mark Lewis verwies in seiner Studie auf mehr Klarheit über die bilanzielle Abwicklung des Atomausstiegs. Die Stimmung hellte sich branchenweit auf: Eon (EON SE) waren mit fast 5 Prozent Plus sogar Dax-Spitze.

Zu den Verlierern im Dax zählten hingegen Beiersdorf und Siemens. Die Anteile des Konsumgüterherstellers gaben nach einer Verkaufsempfehlungen von Experten der schweizerischen Bank UBS um 0,88 Prozent nach, während es für jene des Elektrokonzerns nach einer negativen Stimme von Goldman Sachs um 0,42 Prozent nach unten ging.

ANALYSTENSTIMMEN BEWEGEN BRENNTAG UND MTU

Im MDax rückten die Papiere des Chemikalienhändlers Brenntag nach einem positiven Kommentar von Merrill Lynch um rund 2,5 Prozent vor. Die US-Investmentbank hatte die Titel in Erwartung eines "großen Jahres" auf ihre Empfehlungsliste für Europa gesetzt. Für die Anteile von MTU (MTU Aero Engines) ging es um fast 3 Prozent aufwärts. Händler verwiesen bei dem Triebwerkbauer auf eine Hochstufung durch das Analysehaus Bernstein.

Bei Nordex lag der Fokus auf den Auftragsbüchern. Auslöser für einen plötzlichen Kursrutsch um bis zu 6,5 Prozent war eine Mitteilung, aus der ein knapp verfehltes Jahresziel für den Auftragseingang hervoring. Weil dies mit der Verschiebung eines Großauftrags in Südamerika begründet wurde, dämmten die Papiere ihr Minus jedoch wieder deutlich ein. Am Ende schlossen sie aber immer noch um knappe 1,5 Prozent tiefer.

EUROPABÖRSEN KAUM VERÄNDERT - EURO UNTER 1,05 US-DOLLAR

Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) beendete den Mittwoch bei 3307,94 Punkten und verbuchte so ein hauchdünnes Plus. Der Cac 40 in Paris schloss quasi unverändert, während es für den Londoner FTSE 100 um 0,21 Prozent nach oben ging. Er verbuchte bei 7328 Punkten erneut einen Rekordstand. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) schwankte zum europäischen Handelsschluss zwischen einer unveränderten Tendenz und moderaten Gewinnen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,10 Prozent am Vortag auf 0,11 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) sank um 0,04 Prozent auf 141,89 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,28 Prozent auf 163,61 Punkte. Der Kurs des Euro fiel unter die Marke von 1,05 US-Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,0485 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0503 (Dienstag: 1,0567) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9521 (0,9463) Euro./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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