FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts der nach wie vor ungeklärten Griechenland-Frage hat der
Dax (
DAX) am Mittwoch kaum verändert geschlossen. Wie schon am Vortag kam der Leitindex zum Ende hin deutlich von seinen zwischenzeitlichen Verlusten zurück und rettete sich mit der Schlussglocke knapp mit 0,04 Prozent ins Plus auf 6.421,85 Punkte. "Den nunmehr sechsten Tag in Folge pendelt der deutsche Leitindex um die Marke von 6.400 Zählern und beißt sich bis dato an der hier gelegenen Widerstandsregion die Zähne aus", sagte Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. Der
MDAX (
MDAX) legte 0,62 Prozent auf 9.825,29 Punkte zu und der
TecDax (
TecDAX) gewann 0,49 Prozent auf 739,33 Punkte.
Für Händler Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel sind US-amerikanische Investoren für die späte Aufholjagd verantwortlich. Nach dem Auftakt an der Wall Street hätten diese das zwischenzeitlich gedrückte Niveau dazu genutzt, um in den deutschen Aktienmarkt zu investieren. Für die zwischenzeitlichen Verluste waren zuvor noch Gewinnmitnahmen verantwortlich gemacht worden, zumal eine Entscheidung über die private Beteiligung an einem Schuldenschnitt Griechenlands immer noch aussteht. Laut der EU-Kommission ist eine Einigung aber kurzfristig möglich - dies könnte einige Anleger zum Schluss wieder zu Zukäufen bewegt haben, hieß es. Davor waren mit Begeisterung aufgenommene Apple-Zahlen (Apple) und ein überzeugender Ifo-Index im Tagesverlauf weitgehend wirkungslos geblieben.
BEIERSDORF UND SAP MIT ZAHLEN IM BLICK
Im Dax rückten einige Unternehmen mit der Zahlenvorlage in den Fokus. Beiersdorf-Aktien (Beiersdorf) haben an der Indexspitze mit einem Plus von 3,39 Prozent auf 45,435 Euro von gut aufgenommenen Jahreszahlen profitiert. Der Konsumgüterhersteller hatte zwar im vergangenen Jahr weniger verdient als im Vorjahr, Analysten hatten aber mehrheitlich mit einem stärkeren Ergebnisrückgang gerechnet. Die SAP-Aktie (SAP) legte nach endgültigen Zahlen und einem von Experten gelobten Ausblick 0,25 Prozent auf 44,50 Euro zu. Händler verwiesen angesichts der vergleichsweise geringen Kursreaktion darauf, dass die zuvor veröffentlichten Eckdaten den Papieren zuletzt schon deutlich nach oben verholfen hatten.
Siemens (Siemens) erschienen bei 73,52 Euro nur optisch sehr schwach, was aber zum größten Teil an der Dividendenauszahlung von 3,00 Euro je Aktie lag. Bereinigt um diesen Abschlag ergab sich bei den Papieren des Industriekonzerns nur ein Minus von rund einem Prozent, zu dem laut Händlern eine Abstufung durch die Experten der britischen Großbank HSBC beitrug. Ferner geriet die Aktie der Deutschen Post mit 2,19 Prozent auf 12,52 Euro unter Druck, nachdem die EU-Kommission eine Rückzahlung staatlicher Subventionen eingefordert hat.
DIALOG NACH APPLE-REKORDEN GEFRAGT
Im TecDax standen die Aktien von Dialog Semiconductor mit plus 4,26 Prozent ganz oben. Händler verwiesen als Kurstreiber auf die Rekordzahlen von Apple und dabei insbesondere auf die gigantische Nachfrage nach dem neuen iPhone des US-Technologiekonzerns. Dialog gelte als Zulieferer und profitiere entsprechend. Auf einer Mitte Januar von Apple veröffentlichten Liste seiner Lieferanten von 2011 tauchte Dialog allerdings nicht auf.
An den europäischen Börsen dominierten derweil bis zum Schluss die roten Vorzeichen: Der Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50) gab um 0,45 Prozent auf 2.421,12 Punkte nach. Die Börsen in Paris und London schlossen ebenfalls mit Verlusten und auch in New York stand der Leitindex Dow Jones zum Handelsschluss in Europa moderat im Minus.
Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,62 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,04 Prozent auf 130,47 Punkte. Der Bund-Future legte 0,44 Prozent auf 137,90 Punkte zu. Der Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2942 (Dienstag: 1,3003) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7727 (0,7691) Euro./tih/wiz
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---