03.01.2013 18:07
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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax legt nach starkem Jahresauftakt Pause ein

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem starken Jahresauftakt hat der Dax (DAX) am Donnerstag einen leichten Dämpfer erhalten. Der deutsche Leitindex ging 0,29 Prozent tiefer bei 7.756,44 Punkten aus dem Handel. Am Mittwoch hatte ihn die Erleichterung über die Kompromisslösung im US-Haushaltsstreit noch um mehr als zwei Prozent nach oben und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2008 getrieben. Für den MDAX (MDAX) ging es am Donnerstag hingegen um 0,31 Prozent auf 12.186,87 Punkte nach oben, während der TecDax (TecDAX) dank starker Solarwerte um 1,34 Prozent auf 854,02 Punkte stieg.

 

    Es sei keine Überraschung, dass die Börsenrally vom Vortag schon verblasse, kommentierte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital das Handelsgeschehen. Nun bestimme das Bild, dass die US-Politiker eine Problemlösung lediglich aufgeschoben hätten. Der Experte erinnerte an die innerhalb weniger Monate notwendige Einigung über massive Ausgabenkürzungen, nachdem sich Demokraten und Republikaner zunächst nur auf einen Stopp automatischer Steuererhöhungen hatten verständigen können. Bereits am Vortag hatten sich Börsianer deshalb skeptisch über die Nachhaltigkeit der anfänglichen Euphorie geäußert.

 

RATINGAGENTUREN: ETATKOMPROMISS REICHT NICHT

 

    Ein Warnschuss kam zudem von den US-Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's, die den Etatkompromiss als nicht ausreichend kritisierten. Im Kampf gegen das gewaltige Defizit müsse mehr getan, hieß es. Andernfalls droht der weltgrößten Volkswirtschaft die Abstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Vom US-Arbeitsmarkt kamen uneinheitliche Signale. Zwar hatte die Beschäftigung im Privatsektor im Dezember deutlich stärker zugelegt als erwartet. Die Daten geben bereits einen ersten Hinweis auf die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten Ende der Woche. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren indes stärker gestiegen als prognostiziert.

 

    Mangels Unternehmensnachrichten sorgten vor allem Analystenkommentare für Bewegung bei den Einzelwerten. K+S fielen als Dax-Schlusslicht um gut dreieinhalb Prozent. Für 2013 deute sich trotz der steigenden Kali-Nachfrage ein unerwartet niedriges Preisniveau an, schrieb die US-Bank Citigroup. Infineon (Infineon Technologies) waren indes mit plus zwei Prozent der Favorit der Anleger im Leitindex - im Vorjahr hatten die Titel des Halbleiterherstellers noch zu den schwächsten im deutschen Leitindex gehört. Börsianer sahen zudem eine Hochstufung durch die National-Bank als Stütze.

 

WACKER CHEMIE UND SOLARWERTE STARK

 

    Bester MDax-Wert waren die Anteilsscheine des Spezialchemiekonzerns Wacker Chemie mit einem Kursanstieg von mehr als fünf Prozent. Die UBS begründete dies damit, dass Werte mit unterdurchschnittlicher Entwicklung im Vorjahr in den ersten Wochen eines neuen Jahres regelmäßig zu den Favoriten zählten. Als TecDax-Spitzenreiter glänzten die Aktien der Solarunternehmen SMA Solar (SMA Solar Technology) und Solarworld (SolarWorld) mit Kurssprüngen von über zwölf beziehungsweise knapp 15 Prozent. Beide Titel hatten 2012 zu den größten Verlierern im Index gezählt und zeigten laut Börsianern nun eine Gegenbewegung. Positiv sei zudem, dass nun auch der legendäre US-Investor Warren Buffett auf Solarstrom setze.

 

    Der Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50) sank um 0,37 Prozent auf 2.701,22 Punkte. In Paris und London zeigten sich die nationalen Indizes uneinheitlich. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones) notierte zum europäischen Handelsschluss knapp in der Verlustzone.

 

EUROKURS FÄLLT

 

    Am deutschen Anleihenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,14 Prozent am Vortag auf 1,16 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,14 Prozent auf 134,27 Punkte. Der Bund Future verlor 0,29 Prozent auf 143,56 Punkte. Der Euro (Dollarkurs) sank auf 1,3110 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,3102 (Mittwoch: 1,3262) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7632 (0,7540) Euro gekostet./gl/he

 

    --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

 

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