FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem Sondergipfel der Euro-Staaten hat der
Dax (
DAX) am Dienstag mit leichten Verlusten geschlossen. Erneut war er zuvor von hochnervösen Anlegern auf Berg- und Talfahrt geschickt worden und hatte am frühen Nachmittag noch bei rund 6.158 Punkten den höchsten Stand seit elf Wochen erreicht. Mit einem Minus von 0,14 Prozent auf 6.046,75 Punkten ging er schließlich aus dem Handel. Der
MDAX (
MDAX) verlor 0,90 Prozent auf 9.065,46 Punkte und der
TecDax (
TecDAX) fiel um 1,25 Prozent auf 700,88 Punkte. Negative Konjunkturdaten aus den USA fanden vor dem Hintergrund des Krisengipfels kaum Beachtung.
"Der Gesamtmarkt ist weiterhin fest im Bann des Gipfeltreffens", kommentierte Händler Andreas Lipkow vom Wertpapierhandelshaus MWB Fairtrade. Wie nervös der Markt erneut gewesen sei, hätten vor allem Gerüchte am Nachmittag deutlich gemacht. "Als über eine Aufhebung des Gipfeltreffens spekuliert wurde, nachdem zuvor das Treffen der Finanzminister abgesagt worden war, rauschte der Dax innerhalb weniger Minuten um über 100 Punkte in den Keller." Ab Mittwochabend, so hofft Lipkow, sollte sich die Blickrichtung wieder ändern und der politische Einfluss abnehmen.
DEUTSCHE BANK MIT STARKEM ERGEBNIS
Vor allem Quartalszahlen sollten dann wieder verstärkt in den Blick rücken, nachdem auch in Deutschland die Berichtssaison wieder angelaufen ist. Die Deutsche Bank machte als Bankenprimus den Auftakt im Dax und meldete starke Ergebnisse. Die durch die Euro-Schuldenkrise ausgelösten Turbulenzen an den Kapitalmärkten hatte das Finanzinstitut nicht so stark zu spüren bekommen wie befürchtet. Die Aktie, die zeitweise bis auf 29,375 Euro und damit an die Dax-Spitze gestiegen war, schloss mit plus 0,26 Prozent auf 28,550 Euro.
Fahrzeugwerte legten nach einem zunächst zögerlichen Start doch noch zu. So kletterten die MAN-Titel (MAN) trotz eines vorsichtigeren Ausblicks des schwedischen Lkw-Bauers Volvo (Volvo AB (B)) ins Plus und stiegen um 0,78 Prozent auf 63,27 Euro. Die Anteilsscheine von Daimler verteuerten sich als Favorit unter den deutschen Autoaktien um 1,19 Prozent. Die Infineon-Papiere (Infineon Technologies) rückten trotz eines pessimistischen Blicks des Halbleiterherstellers STMicroelectronics auf das letzte Jahresviertel als Spitzenwert im Dax um 2,81 Prozent vor.
HEIDELBERGER DRUCK BRECHEN EIN
Die Aktien der Heidelberger Druck AG (Heidelberger Druckmaschinen) sackten indes am MDax-Ende um knapp zwölf Prozent ab. Der Druckmaschinenhersteller hatte seine Jahresprognose einkassiert. Aufgrund der konjunkturellen Aussichten entwickele sich die Nachfrage schwächer als erwartet, hatte es geheißen.
Die Zahlen von Dialog Semiconductor, die von Börsianer als "leicht unter den Erwartungen" eingestuft worden waren, drückten die Aktien des baden-württembergischen Halbleiterherstellers an das TecDax-Ende. Sie büßten nahezu sechs Prozent ein. Die Titel des Minicomputerherstellers Kontron verloren nach Zahlen rund zwei Prozent.
EUROSTOXX 50 UND Dow Jones SCHWACH
Mit Blick auf die internationalen Märkte beendete der Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50) den Tag mit einem Verlust von 1,06 Prozent auf 2.343,96 Punkten und auch die Börsen in Paris und London gaben nach. In den USA sank der Dow Jones Industrial (Dow Jones) Industrial zum europäischen Handelsschluss um rund ein Prozent.
Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,90 (Montag: 1,82) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,35 Prozent auf 129,29 Punkte. Der Bund Future verlor 0,29 Prozent auf 135,16 Punkte. Der Euro (Dollarkurs) legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3918 (1,3856) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7185 (0,7217) Euro./ck/he
--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---