FRANKFURT (dpa-AFX) - Enttäuschende Zahlen von
SAP haben den
Dax (
DAX) am Dienstag ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex, der bis zum frühen Nachmittag nur moderate Verluste verzeichnet hatte, weitete diese aus und schloss 0,69 Prozent schwächer bei 7.675,91 Punkten. Durchwachsene US-Konjunkturdaten hatten per saldo keinen Einfluss auf die Kurse. Für den
MDAX (
MDAX) ging es um 0,36 Prozent auf 12.268,00 Punkte bergab und der
TecDax (
TecDAX) büßte 1,11 Prozent auf 859,04 Punkte ein.
Börsianer verwiesen darauf, dass SAP mit seinen vorläufigen Zahlen die Stimmung getrübt und am Markt so für zusätzlichen Verkaufsdruck gesorgt habe. Allerdings hätten sich die Anleger bereits zuvor mit Blick auf die US-Berichtssaison zurückgehalten, die am Mittwoch an Fahrt gewinne, merkte Händler Gregor Kuhn vom Broker IG an.
ECKDATEN BELASTEN SAP
Die anfangs nur moderat im Minus liegenden SAP-Titel sackten nach den Zahlen ab und schlossen knapp vier Prozent tiefer, womit sie Schlusslicht im Dax waren. Nach einer langen Serie starker Quartalsberichte hatte der Softwarekonzern im vierten Quartal die Erwartungen leicht enttäuscht. Einige Börsianer befürchten zudem, dass der noch ausstehende Ausblick ebenfalls unter den Erwartungen bleiben könnte. Zu den schwächsten Dax-Werten zählten außerdem die Aktien der Lufthansa (Deutsche Lufthansa) mit einem Minus von mehr als zwei Prozent auf 14,30 Euro. Händler verwiesen auf eine Aktienplatzierung - der Preis soll bei 14,43 Euro je Aktie gelegen haben.
Daneben bewegten zahlreiche Analystenkommentare die Kurse. Beim Versorger RWE trüben nach Einschätzung der US-Bank JPMorgan die fallenden Strompreise die Gewinnaussichten, und auch bei der hohen Verschuldung gebe es nach wie vor nur wenige Fortschritte. Außerdem verwies JPMorgan auf die politischen Risiken als Belastung für die Aktien, die um über drei Prozent nachgaben. Dagegen schafften es die Titel des Halbleiterkonzerns Infineon (Infineon Technologies) mit einem Plus vom mehr als zwei Prozent an die Dax-Spitze. Die französischen Bank Exane BNP rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Erreichen der Talsohle und dann mit einer raschen Erholung der Volumina.
STUDIEN BEWEGEN HOCHTIEF UND SALZGITTER
Im MDax waren die Hochtief-Aktien (HOCHTIEF) mit einem Anstieg um fast fünf Prozent der Spitzenreiter. Goldman Sachs sieht auch nach der zuletzt guten Kursentwicklung noch Potenzial für die Titel des Baukonzerns. Dagegen büßten die Papiere des Stahlkonzerns Salzgitter nach einer Abstufung über zwei Prozent ein.
Der Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50) schloss 0,50 Prozent schwächer bei 2.701,59 Punkten. Die nationalen Indizes in Paris und London gingen uneinheitlich aus dem Handel. In New York notierte der Dow Jones Industrial (Dow Jones) zum europäischen Börsenschluss knapp in der Verlustzone.
BUND-FUTURE LEGT ZU
Am Rentenmarkt gab die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,28 Prozent am Vortag auf 1,27 Prozent nach. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 133,71 Punkte und der Bund-Future legte um 0,43 Prozent auf 143,21 Punkte zu. Der Kurs des Euro (Dollarkurs) stand zuletzt bei 1,3340 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3327 (Montag: 1,3341) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7504 (0,7496) Euro gekostet./gl/he
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---