FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem Start der US-Berichtssaison haben deutsche
Aktien am Dienstag mehrheitlich nachgegeben. Der
Dax (
DAX) fiel um 0,48 Prozent auf 7.695,83 Punkte und erreichte den bislang tiefsten Schlusstand im Januar. Händler begründeten die Abwärtsbewegung am Nachmittag mit sehr vagen Gerüchten, wonach Paris über eine bevorstehende Abstufung der Kreditwürdigkeit französischer Staatsanleihen durch eine Ratingagentur informiert worden sei. Dies wurde von der französischen Regierung jedoch dementiert. Andere Börsianer nannten auch den nachgebenden Euro und die schwächere Wall Street als Belastungsfaktoren. Der
MDAX (
MDAX) verlor 0,12 Prozent auf 12.191,98 Punkte. Der
TecDax (
TecDAX) stieg hingegen um 0,57 Prozent auf 864,52 Punkte.
"Angesichts der übergeordneten Aufwärtsbewegung kommen Rücksetzer auf einem derart hohen Kursniveau nicht allzu überraschend. Die Aktienmärkte atmen durch. Zudem dürften nicht wenige Investoren den zum Abend erwarteten Startschuss der US-Berichtssaison abwarten wollen", kommentierte Händler Gregor Kuhn vom Broker IG das Geschehen. Am Dienstagabend nach US-Börsenschluss wird der Aluminiumhersteller Alcoa traditionell als erstes großes US-Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlichen.
ANALYSTENSTUDIEN BEWEGEN
Im Dax bewegten vor allem Analystenstudien die Kurse. Stark gefragt waren die Anteilsscheine von Beiersdorf, die um rund 2,4 Prozent stiegen. Wie bereits am Vortag, waren auch die Bankenwerte wieder oben im Tableau zu finden. So kletterten Aktien der Deutschen Bank (Deutsche Bank) um 1,2 Prozent und jene der Commerzbank um rund ein Prozent. Fast am Index-Ende gaben Lanxess (LANXESS)-Aktien nach einem kritischen Analystenkommentar 3,26 Prozent ab.
Schwach zeigten sich auch Papiere der Rückversicherer nach negativen Studien der US-Investmentbank Merrill Lynch. Die Anteilsscheine von Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) büßten 1,70 Prozent ein. Hannover-Rück-Titel (Hannover Rueckversicherung) gaben um 1,24 Prozent nach. Aktien des Touristikkonzerns Tui (TUI) fielen nach einer kritischen Studie von Morgan Stanley am MDax-Ende um knapp drei Prozent. Dagegen waren Metro-Aktien (METRO) mit mehr als drei Prozent Spitzenreiter im MDax. Der Handelskonzern zieht Kreisen zufolge bei dem China-Abenteuer seiner Elektronikkette Media Markt die Reißleine.
SOLARWORLD SEIT ANFANG JANUAR +70 PROZENT
Im TecDax setzten Solarworld-Titel (SolarWorld) ihre Rally fort und stiegen um weitere 8,7 Prozent. Damit gewannen sie seit Jahresbeginn gut 70 Prozent an Wert, hatten allerdings in den zwei Jahren zuvor auch sehr kräftig verloren.
Der Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50) schloss 0,15 Prozent niedriger bei 2.691,45 Punkten. Die Leitindizes in London und Paris endeten wenig verändert. In New York lag der Dow Jones Industrial (Dow Jones) zum Handelsschluss in Europa rund ein halbes Prozent unter seinem Vortagesschluss.
BUND-FUTURE LEGT ZU
Am Anleihemarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,25 Prozent am Vortag auf 1,24 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 133,87 Punkte. Der Bund Future gewann 0,20 Prozent auf 143,38 Punkte. Der Kurs des Euro (Dollarkurs) fiel am Nachmittag im Zuge der Frankreich-Gerüchte auf ein Tagestief von 1,3057 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3086 (Montag: 1,3039) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7642 (0,7669) Euro./edh/he
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---