FRANKFURT (dpa-AFX) - Positive ZEW-Konjunkturerwartungen haben den
Dax (
DAX) am Dienstag über die Marke von 6.300 Punkten getrieben. Auch der geringer als befürchtete Wachstumsrückgang in China stützte, während die Abstufung des Euro-Rettungsschirms EFSF laut Händlern erwartet worden war und deshalb nicht belastete. Der deutsche Leitindex setzte damit seine starke Vortagsentwicklung fort und schloss mit plus 1,82 Prozent bei 6.332,93 Punkten auf dem höchsten Stand seit Ende Oktober 2011. Der
MDAX (
MDAX) mittelgroßer Werte stieg um 1,57 Prozent auf 9.721,84 Punkte, der
TecDax (
TecDAX) rückte um 1,13 Prozent auf 733,36 Punkte vor.
2Die Daten reihen sich in die ermutigende Entwicklung der Stimmungsindikatoren der letzten Wochen ein", kommentierte Postbank-Experte Thilo Heidrich. "Wir werten dies als Zeichen, dass die Auswirkungen der Verschuldungskrise auf die reale Wirtschaft begrenzt bleiben, sofern es nicht zu einer erneuten Verschärfung kommt." Die Platzierung sechsmonatiger Anleihen des Euro-Rettungsfonds EFSF nahm der Markt wie erwartet ohne größere Reaktion auf. Zudem konnte sich Spanien bei einer Geldmarktauktion zu deutlich geringeren Zinsen finanzieren.
AUTOS PROFITIEREN WIEDER VON STUDIEN
Branchenseitig ragten die Autowerte hervor, die wie schon vortags von positiven Analystenkommentaren profitierten. Daimler verteuerten sich um 3,81 Prozent auf 40,845 Euro. Für BMW ging es um 3,47 Prozent hoch und die Volkswagen-Vorzüge (Volkswagen vz) gewannen 2,40 Prozent. Beim Stahlkonzern ThyssenKrupp sorgten anhaltende Hoffnungen auf einen Verkauf der Edelstahlsparte für Kursgewinne von 3,62 Prozent auf 20,305 Euro. Die Metro-Papiere (METRO) legten um 4,11 Prozent auf 28,380 Euro zu, nachdem der Handelskonzern erste Indikationen für das Geschäftsjahr 2011 gegeben hatte. Händler sagten, dass die befürchtete Enttäuschung ausgeblieben sei. Zudem hatte Metro mitgeteilt, dass die Gespräche über einen Verkauf seiner Warenhaustochter Kaufhof bis auf weiteres eingestellt würden.
Die Aktien der Deutschen Bank (Deutsche Bank) retteten Gewinne von 2,22 Prozent ins Ziel, während Commerzbank sich kaum bewegt zeigten. Börsianer verwiesen auf Spekulationen über kurz bevorstehende Bonitätsabstufungen europäischer Banken. Einer betonte indes: «Auf Länderabstufungen folgten bisher quasi immer mechanisch auch Abstufungen von Banken, denn in deren Bewertung wird auch das Länderrisiko mit einkalkuliert.» Somit würde ein solcher Schritt nicht überraschen. Derweil legte die US-Bank Citigroup schwache Zahlen vor, wogegen Konkurrent Wells Fargo trotz der Schuldenkrise einen Rekordgewinn erzielte.
HEIDELBERGER DRUCK HEFTIG BEWEGT
Die Aktien von Heidelberger Druck (Heidelberger Druckmaschinen) schwankten nach Zahlen und Aussagen zu einem Effizienzprogramm kräftig und schlossen 1,44 Prozent tiefer. Nach Einschätzung eines Börsianers wurden die Markterwartungen nicht erfüllt, obwohl diese schon nicht anspruchsvoll gewesen seien.
Der Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50) schloss 1,49 Prozent höher bei 2.396,63 Punkten. In Paris und London ging es für die nationalen Indizes ebenfalls nach oben. An der Wall Street notierte der Dow Jones Industrial (DJIA) (Dow Jones) nach einem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende zum europäischen Handelsschluss knapp ein Prozent im Plus.
Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,46 (Vortag 1,42) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel indes um 0,22 Prozent auf 131,61 Punkte und der Bund-Future sank um 0,13 Prozent auf 139,68 Punkte. Der Kurs des Euro (Dollarkurs) stieg auf 1,2742 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2790 (Montag: 1,2669) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7819 (0,7893) Euro gekostet./gl/ck
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---