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17.07.2012 18:16

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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Kleines Plus - Bernanke-Aussagen enttäuschen

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Dienstag enttäuscht auf die weiter zurückhaltenden Äußerungen des US-Notenbankchefs zur Ankurbelung der amerikanischen Wirtschaft reagiert. Nach einem freundlichen Verlauf samt kurzzeitigem Dax (DAX)-Sprung über die Marke von 6.600 Punkten drehte der Leitindex zeitweise ins Minus. Mit plus 0,18 Prozent auf 6.577,64 Punkten ging er aus dem Tag. Der MDAX (MDAX) zeigte sich kaum verändert mit minus 0,05 Prozent bei 10.649,83 Punkten. Der TecDax (TecDAX) legte um 0,03 Prozent auf 755,46 Punkte zu.

 

    "Obwohl sich die Wirtschaft in den letzten Wochen weiter verschlechtert hat, schlägt Fed-Chef Ben Bernanke immer noch den gleichen Ton an wie bisher", kommentierte Händler Markus Huber von ETX Capital. "Er sagt immer noch, dass die Fed bereit sei, wenn nötig, Maßnahmen zur Stützung des Wachstums zu ergreifen, aber weder erläutert er diese Maßnahmen genauer noch sagt er, wie weit die Wirtschaft davon entfernt ist, bis die Maßnahmen ergriffen werden." Der Markt dagegen habe auch angesichts der enttäuschenden Einzelhandelszahlen vom Vortag, die klar die stark zugenommene Vorsicht der Verbraucher zeigten, gehofft, dass er nun bald "Hilfe" in Aussicht stellen werde.

 

METRO NUR VORÜBERGEHEND SEHR FEST - STELLENABBAU

 

    Laut Händlern fanden dagegen die ZEW-Daten zur Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten, die im Juli Anzeichen einer Stabilisierung gezeigt hatten, kaum Beachtung. Die besser als befürchtet ausgefallenen Quartalszahlen der US-Bank Goldman Sachs stützten ebenfalls nur kurzfristig. Nur die Aktien des Düngemittelherstellers K+S wurden von starken Zahlen des US-Konkurrenten Mosaic nach oben getrieben und legten an der Dax-Spitze um 1,55 Prozent zu.

 

    Die Aktien von Metro (METRO) zogen am Nachmittag das Anlegerinteresse auf sich. Der Handelskonzern plant im Rahmen seines Sparprogramms einen umfangreichen Stellenabbau. Mittelfristig, spätestens bis 2015, sollen weltweit rund 900 Stellen abgebaut werden. Die Aktien reagierten allerdings nur kurzzeitig mit kräftigen Gewinnen und schlossen mit einem Plus von 0,12 Prozent. Händler Markus Huber meinte, die Einsparungen seien bei Metro nötig, da in absehbarer Zeit keine größere Aufhellung der Wirtschaft und des Konsumklimas zu erwarten sei, sondern es eher noch etwas schlimmer kommen könne.

 

DEUTZ IM MINUS - PROGNOSESENKUNG

 

    Die Aktien des Motorenbauers Deutz (DEUTZ) büßten im MDax nach einem kräftigen Auf und Ab schließlich 0,98 Prozent ein. Der Motorenbauer kassierte wegen der schwachen Auftragslage im zweiten Quartal am Morgen seine Jahresprognose ein. Ganz überraschend aber war dies Börsianern zufolge nicht gekommen, nachdem der US-Motorenhersteller Cummins bereits vergangene Woche seine Ziele gesenkt hatte. Im TecDax eroberten Nordex nach dem Erhalt eines Auftrags die Index-Spitze mit plus 3,83 Prozent. Der Windenergiespezialist soll fünf Turbinen mit einer Leistung von jeweils 2,4 Megawatt (MW) in der Oberpfalz bauen.

 

    In Europa litten die wichtigsten Börsen ebenfalls unter den Fed-Aussagen: Der Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50) gab nach einem freundlichen Verlauf um 0,05 Prozent auf 2.250,75 Punkte nach. Auch der Pariser Leitindex zeigte sich kaum verändert, während der britische "Footsie" etwas stärker nachgab. In den USA zeigten sich die wichtigsten Indizes zum europäischen Börsenschluss leicht im Plus.

 

    Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,02 Prozent am Montag auf 1,03 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,14 Prozent auf 135,03 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,08 Prozent auf 144,96 Punkte. Der Kurs des Euro (Dollarkurs) legte zu. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2281 (Montag: 1,2177) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8143 (0,8212) Euro./ck/he

 

    --- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---

 

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