FRANKFURT (dpa-AFX) - Schwache Wirtschaftsdaten haben am Dienstag die Erholung am deutschen Aktienmarkt erst einmal beendet. Zumindest der
Dax (
DAX) aber machte am Nachmittag einen Großteil seiner Tagesverluste wieder wett, nachdem sich die Ratingagentur Fitch positiv zu der Kreditwürdigkeit der USA geäußert hatte. Der Leitindex sank am Ende nur noch um 0,45 Prozent auf 5.994,90 Punkte und scheiterte damit knapp an der 6.000-Punktemarke. Zwischenzeitlich jedoch war er um bis zu 2,87 Prozent abgesackt. Nach einem zweiwöchigen Kurssturz von etwa 20 Prozent hatte der Dax zuletzt eine dreitägige Gewinnserie hingelegt. Für den
MDAX (
MDAX) der mittelgroßen Werte ging es am Dienstag um 1,81 Prozent auf 9149,12 Punkte bergab. Der Technologiewerte-Index
TecDax (
TecDAX) verlor 1,92 Prozent auf 742,18 Punkte.
Die deutsche Wirtschaft etwa hat nach einem starken Jahresauftakt im zweiten Quartal spürbar an Fahrt verloren. "Die schwachen BIP-Zahlen zeigen, dass auch Deutschland nicht die wirtschaftliche Insel der Glückseligkeit ist", sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Am Nachmittag aber bestätigte die Ratingagentur Fitch die Top-Bonität der USA und folgte damit nicht dem Branchenkollegen Standard & Poor's. Zudem bleibt der Ausblick für das Rating "stabil", was mittelfristig keine Herabstufung erwarten lässt. Diese Aussagen beruhigten die Anleger wieder etwas, meinte Analyst Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel.
EUROPÄISCHE MÄRKTE REAGIEREN
Auch an den übrigen Aktienmärkten wirkten sich die Aussagen von Fitch positiv aus und wogen sogar zum Teil die schlechten Konjunkturdaten aus Europa auf. Insofern ging der Eurostoxx 50 mit einem minimalen Minus von 0,03 Prozent auf 2323,67 Punkte kaum verändert aus dem Handel. Auch in Paris gab die Börse leicht nach, wohingegen der Londoner Leitindex FTSE 100 etwas zulegte. In den USA verbuchte der Dow Jones Industrial (Dow Jones) zum europäischen Handelsschluss ein kleines Minus.
Der Euro indes stieg als Reaktion auf die Meldung von Fitch leicht an und notierte zuletzt bei 1,4404 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,4360 (Montag: 1,4309) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6964 (0,6989) Euro.
EON UND UNITED INTERNET
Im Dax wiederum gehörten die Eon-Papiere nach einer Kaufempfehlung mit minus 0,20 Prozent auf 15,225 Euro zu den besseren Werten. Unternehmenszahlen gab es nur noch aus der zweiten Reihe: Die Titel von Deutsche Wohnen AG (Deutsche Bank) verloren in dem insgesamt trüben Umfeld 3,19 Prozent auf genau 10,00 Euro, obwohl der Vorsteuergewinn des im MDax gelisteten Immobilienunternehmens positiv überraschte und der Konzern seine Gesamtjahresschätzungen anhob.
Der Internetdienstleister United Internet(United Internet) hatte dank des Verkaufs seiner Anteile am verlustbringenden Internetanbieter Versatel seinen Gewinn gesteigert. Beim Umsatz knackte er im ersten Halbjahr die Marke von einer Milliarde Euro und traut sich für das Gesamtjahr nun etwas mehr zu als bislang. Analysten lobten die Geschäftsentwicklung. Allerdings stieß die kostspielige Akquise neuer Kunden auf Kritik. Die Aktien büßten 3,06 Prozent auf 12,355 Euro ein.
RENDITE SINKT
Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,06 (Vortag: 2,10) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,21 Prozent auf 128,131 Punkte. Der Bund Future gewann 0,04 Prozent auf 132,98 Punkte./la/stb