NEW YORK (dpa-AFX) - Anzeichen für eine Annäherung im Streit um den künftigen Staatshaushalt haben den US-Börsen am Dienstag zu einem knappen Plus verholfen. Damit knüpften sie an ihre positive Vortagsentwicklung an. Erwartungsgemäß ausgefallene Daten zum Immobilienmarkt hatten kaum Einfluss auf die Kurse. Im frühen Handel stieg der Leitindex
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) um 0,10 Prozent auf 13.248,04 Punkte. Der breit gefasste S&P-500-Index (
S&P 500) legte um 0,25 Prozent auf 1.433,91 Punkte zu. An der Technologiebörse
Nasdaq ging es für den Composite-Index (
NASDAQ Composite) um 0,51 Prozent auf 3.025,95 Punkte nach oben, und der Auswahlindex Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) stieg um 0,52 Prozent auf 2.678,17 Punkte.
Es werde wieder verstärkt darauf gehofft, dass die Politiker in Washington den Märkten doch noch ein Weihnachtsgeschenk präsentierten, sagte Marktexperte Roger Peeters von Close Brothers Seydler Research. Stützend wirkte dabei, dass US-Präsident Barack Obama offenbar dazu bereit ist, bei der Besteuerung von reichen Amerikanern von einer seiner Kernforderungen abzurücken. Zudem hieß es, dass die Demokraten auch bei den Zinsausgaben für die Staatsschulden zu einem Zugeständnis an die Republikaner bereit seien. "Es scheint, als ob die Parteien daran interessiert sind, das Thema zu einem Abschluss zu bringen", sagte ein weiterer Beobachter. Ob dies vor oder nach Weihnachten sein werde, bleibe aber abzuwarten.
Einmal mehr im Fokus standen die Apple-Aktien , die mit einem Plus von über einem halben Prozent an ihre gestrige Erholung vom vorangegangenen Kursrutsch anknüpften. Laut Händlern stützte nach den davor negativen Analystenstudien ein Kommentar der Bank of America, wonach der Ausverkauf der Titel wohl übertrieben gewesen sei. Seit dem Rekordhoch bei über 700 Dollar waren sie in der Spitze um fast 30 Prozent abgesackt. Im Blickfeld bleibt Apple auch wegen andauernder Patentstreitigkeiten mit Samsung, nachdem die Südkoreaner einen großen Teil ihrer Vorwürfe in Europa fallen ließen. Die Nachricht kam postwendend auf die Meldung, wonach der iPhone- und iPad-Hersteller einen Rückschlag in den USA erlitten hat. Eine kalifornische Richterin hat demnach die von Apple geforderten Verkaufsverbote gegen mehr als zwei Dutzend Samsung-Smartphones verweigert.
Auch die Bankenwerte gehörten fast durchgängig zu den Gewinnern: Im Dow legten Bank of America um mehr als ein Prozent zu, womit sie zu den Favoriten der Anleger gehörten. Außerhalb des Leitindex verteuerten sich Goldman Sachs und Morgan Stanley um knapp zwei Prozent. Dagegen blieben JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) mit einem moderaten Plus hinter dem Branchentrend zurück.
Die Aktien von General Motors (Motors Liquidation) schafften ebenfalls einen knappen Kursanstieg, nachdem der Autobauer angekündigt hatte, sein Händlernetz in China ausbauen zu wollen. Die AIG-Titel (American International Group (AIG)) rückten nach dem abgeschlossenen Verkauf der Asiensparte AIA ein wenig vor. Die übrigen Anteile brachten dem Versicherer einen Erlös von umgerechnet 6,45 Milliarden US-Dollar ein und damit etwa so viel wie vom Unternehmen angepeilt.
Kursverluste von mehr als zwei Prozent erlitten dagegen die Papiere von General Electric (General Electric (GE)), womit sie Schlusslicht im Dow waren. Der Mischkonzern steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor der milliardenschweren Übernahme des italienischen Luftfahrtzulieferers Avio. Am Vorabend hatte das Unternehmen angekündigt, 2013 in einem rauen Umfeld mit einer starken Entwicklung zu rechnen./gl/jha/