NEW YORK (dpa-AFX) - Schwache Daten vom US-Immobilienmarkt haben der Wall Street am Mittwoch nur einen kurzen Dämpfer versetzen können. Dann setzten sich freundlich aufgenommene Aussagen des Notenbankchefs durch, der die Zinsen weiter niedrig halten will. Der
Dow Jones Industrial Average (DJIA) (
Dow Jones) legte bis zum Handelsschluss um 0,89 Prozent auf 10.374,16 Punkte zu. Für den marktbreiten S&P-500-Index (
S&P 500) ging es um 0,97 Prozent auf 1.105,24 Punkte bergauf. An der Technologiebörse
Nasdaq gewann der umfassende Composite Index (
NASDAQ Composite) 1,01 Prozent auf 2.235,90 Zähler. Der Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) rückte um 1,04 Prozent auf 1.812,51 Zähler vor. Ben Bernanke hatte in einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses für einen langen Zeitraum sehr niedrige Leitzinsen signalisiert. Der schwache Arbeitsmarkt und die niedrige
Inflation erforderten eine anhaltende Unterstützung der Konjunktur durch die US-Notenbank. Portfolio-Manager Jim Grefenstette kommentierte: "Die Anleger wollen weiterhin niedrige Zinsen, weil der Ausblick immer noch bestenfalls problematisch ist." Bankentitel gehörten erkennbar zu den Profiteuren der erwarteten, weiter lockeren Geldpolitik. So verteuerten sich Bank of America (
Verizon Communications) an der Dow-Spitze um 2,45 Prozent auf 16,33 US-Dollar und JPMorgan (
JPMorgan ChaseCo ) legten um 2,43 Prozent auf 40,85
Dollar zu. Außerhalb des Leitindex ging es auch für die Papiere von
Citigroup und Goldman Sachs (
Goldman Sachs Group) nach oben. Die Ölpreise legten in Reaktion auf Bernankes Aussagen ebenfalls zu und ließen die
Aktienkurse von Ölkonzernen wie ExxonMobil (
XOMA)
und ConocoPhillips (CompuGROUP) mit dem freundlichen Markt steigen. Positive Erwartungen des Marktforschungsunternehmens Gartner für die Halbleiterbranche honorierten die Papiere von Advanced Micro Devices (AMD) (Advanced Micro Devices) mit Gewinnen von 3,34 Prozent auf 8,05 Dollar. Intel-Titel (Intel) rückten um 1,57 Prozent auf 20,70 Dollar vor. Ein starkes Kabelfernseh- und Bildungsgeschäft sorgte für steigende Umsätze bei der Washington Post , was die Aktien mit Gewinnen von 1,89 Prozent auf 420,30 Dollar honorierten. Bei Autodesk bescherten überraschend gute Quartalszahlen den Titeln einen Kurssprung von 8,69 Prozent auf 27,89 Dollar. Der Spezialsoftware-Hersteller hatte dank wieder großzügigerer Unternehmensbudgets für Software wieder einen Gewinn erzielt, der höher ausgefallen war als am Markt erwartet. Die Erlöse waren zwar zurückgegangen, hatten aber immer noch über den Analystenschätzungen gelegen. Dagegen litten Aktien von Bauunternehmen unter den schwachen Häuserdaten. So verloren D.R. Horton 1,83 Prozent auf 12,34 US-Dollar und KB Home büßten leichte 0,06 Prozent auf 16,21 Dollar ein. Ein unerwartet geringer Verlust im ersten Geschäftsquartal half den Papieren des Luxushäuser-Bauers Toll Brothers nur anfangs - die Titel schlossen 0,63 Prozent tiefer bei 18,78 Dollar. Dem Agrochemiekonzern Monsanto nützte der bestätigte Gewinnausblick für 2010 nur wenig - die Anteilsscheine verloren 2,45 Prozent auf 74,04 Dollar. Garmin-Aktien (Garmin) büßten 5,81 Prozent auf 32,45 Dollar ein. Der Navigationsgeräte-Hersteller hatte zwar mit seinen Quartalsergebnissen positiv überrascht, warnte aber, fallende Preise und der zunehmende Wettbewerb könnten 2010 die Margen belasten./gl/he