NEW YORK (dpa-AFX) ? Trotz einer späten Erholung haben sich die US-Börsen am Dienstag im Sog der Katastrophe in Japan erneut mit Verlusten aus dem Handel verabschiedet. Der
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) ging am Ende 0,43 Prozent leichter bei 11.993,16 Punkten aus dem Handel. Für den marktbreiten S&P-500-Index (
S&P 500) ging es um 0,60 Prozent auf 1.296,39 Punkte nach unten. Verluste gab es auch an der Technologiebörse Nasdaq, wo der Composite Index (
NASDAQ Composite) um 0,54 Prozent auf 2.700,97 Punkte nachgab. Der Auswahlindex
Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) verlor 0,37 Prozent auf 2.290,72 Punkte.
Beeindruckt von der Katastrophe in Japan und wegbrechenden Kursen in Tokio waren die US-Indizes anfangs noch mit kräftigen Verlusten in den Handel gestartet. "Alle Augen sind auf Japan gerichtet", sagte ein Börsianer mit Blick auf die dramatische Entwicklung in dem Atomkraftwerk Fukushima Eins. "Erste Investoren sehen den Kursrutsch aber offenbar eher als vorübergehend an", begründete ein anderer Händler die leichte Erholung im späten Geschäft. Er verwies zudem darauf, dass sich die US-Notenbank am Abend positiv zur Entwicklung der US-Wirtschaft geäußert hatte. Die wirtschaftliche Erholung stehe auf "festeren Füßen", betonten die Währungshüter und beließen die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert.
GENERAL ELECTRIC WEITERHIN UNTER DRUCK
Wie schon am Vortag blieben Werte aus der Strombranche sowie mitwirkender Dienstleister und Lieferanten unter Druck. Die Aktien von General Electric (GE) verloren 1,56 Prozent auf 19,61 US-Dollar, erholten sich dabei jedoch deutlich von ihrem früh erreichten Tagestief. Die Titel des Ingenieur- und Baukonzerns Shaw Group sanken um 2,09 Prozent auf 34,14 Dollar. Usec Inc rutschten angesichts der Debatte um Atomstrom um 5,01 Prozent auf 4,36 Dollar ab. Das Unternehmen ist ein Lieferant für hochangereichertes Uran.
Auch der Versicherungssektor blieb angesichts der immensen Schäden in Japan im Blick. Die Anteilsscheine der American International Group (AIG) sackten um 1,92 Prozent auf 36,78 Dollar ab. Hartford Financial (Hartford Financial Services Group) büßten gar 4,55 Prozent ein. Mit einem Minus von 1,91 Prozent auf 33,90 Dollar machte sich die Katastrophe in Japan auch bei den Titeln von Texas Instruments bemerkbar. Der Chiphersteller hatte mitgeteilt, dass eigene Werke in Japan beschädigt seien. Das dürfte sich auf die Umsätze im ersten und zweiten Quartal auswirken. Aktien des Konkurrenten Intel waren mit minus 3,17 Prozent das Schlusslicht im US-Leitindex Dow Jones.
CHEVRON EINZIGER GEWINNER IM DOW JONES - SOLARWERTE WEITERHIN GEFRAGT
Einziger Gewinner im Dow Jones waren die Papiere von Chevron, die 0,43 Prozent auf 101,23 Dollar höher schlossen. Relevante Nachrichten gab es bis zuletzt jedoch nicht. Gefragt waren auch Aktien aus dem Solarsektor, die laut Händlern von der Atomdebatte profitierten. Papiere des Solarzellenherstellers First Solar kletterten um 8,17 Prozent auf 158,91 Dollar und Trina Solar schnellten um 8,77 Prozent auf 28,28 Dollar hoch.
Abseits der Probleme in Japan gingen dagegen die Papiere der Lebensmittelkonzerns Dole Food Company um fast 9 Prozent in die Knie. Der Konzern hatte Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt und einen Verlust von 36 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Die Bananen-Ernte in Lateinamerika sei von schlechtem Wetter beeinträchtigt gewiesen, hieß es./tih/she