FRANKFURT (dpa-AFX) - Der
TecDax (
TecDAX) hat sich am Freitag im erneut sehr schwachen Marktumfeld etwas besser gehalten als die Standardwerte. Am späten Vormittag sank der Auswahlindex für deutsche Technologiewerte um 2,08 Prozent auf 672,23 Punkte. Damit blieb ihm auch - anders als dem Leitindex
Dax (
DAX), der um dreieinhalb Prozent absackte - ein neues Tief erspart.
Die Anteilsscheine der Software AG (Software) gewannen gegen den Trend 3,55 Prozent auf 2,653 Euro und waren damit Index-Spitzenreiter. Marktexperten sprachen von Übernahmefantasien, nachdem der US-Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) Pläne für den Kauf der britischen Software-Firma Autonomy bestätigt hatte. Analyst Marco Günther von der Hamburger Sparkasse sprach von einer guten Nachricht für die europäische Softwarebranche. HP sei bereit, in etwa den zehnfachen Jahresumsatz für Autonomy auf den Tisch zu legen. Es sei ein positives Zeichen, dass aktuell derartige Preise gezahlt würden - und das trotz der aktuellen Rahmenbedingungen, die das Übernahme-Geschäft nicht gerade belebten.
Mangels Unternehmensnachrichten sorgten ansonsten Analystenkommentare für Bewegung. Die Aktien von United Internet büßten überdurchschnittliche 3,25 Prozent auf 10,710 Euro ein, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs sie abgestuft hatte und nun eine Verkaufsempfehlung ausspricht. Es stünden Fragezeichen hinter den Kosten in der wachstumsstarken Applications-Sparte, schrieb Analyst Hugh McCaffrey. Dies sei wesentlich für den Wert von United Internet und dürfte seiner Meinung nach zu niedrigeren Margenprognosen und sinkenden Bewertungsmultiplikatoren führen. Das wertträchtige Geschäft mit Internetzugängen könne dies nicht vollständig auffangen, zumal er auch diese Sparte als strukturell nicht besonders gut positioniert ansieht.
Q-Cells (Q-Cells) verloren 3,36 Prozent auf 0,805 Euro. Die britische Bank blieb bei ihrer Untergewichtungs-Empfehlung und senkte das Kursziel für die Titel des Solarkonzerns von 1,30 auf 0,80 Euro./gl/ag