17.01.2013 20:35
Bewerten
 (0)

ROUNDUP: Algerisches Militär greift Islamisten an - Blutbad unter Geiseln

    ALGIER/PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Eine algerische Militäraktion zur Befreiung von Geiseln aus der Hand von Islamisten hat zu einem Blutbad geführt. Hubschrauber und Bodentruppen griffen am Donnerstag ein Terrorkommando an, das sich seit Mittwoch mit Dutzenden von ausländischen Geiseln auf einem Gasfeld im Osten des Landes verschanzt hielt. Dabei gab es Medienberichten zufolge viele Tote, mehrere ausländische Arbeiter konnten befreit werden. Nach Darstellung der Terroristen wurden allein bei den Luftschlägen 35 Geiseln und 15 Kidnapper getötet.

 

    Die Informationen über die Vorgänge auf dem Erdgasfeld In Amenas waren am Donnerstag lange Zeit völlig unklar. Die Regierung in Algier widersprach am Abend Berichten des staatlichen Rundfunks, wonach die Befreiungsaktion des Militärs beendet sei. "Die Armeeoperation dauert an", sagte Informationsminister Mohamed Said Belaid im staatlichen Fernsehen. Er bestätigte erstmals, dass es Tote gegeben habe, nannte aber keine Zahlen.

 

    Der britische Premier David Cameron sagte wegen der dramatischen Lage seine für Freitag in Amsterdam geplante Grundsatzrede zum britischen Verhältnis zur EU ab. Großbritannien müsse sich bei dem Geiseldrama auf weitere schlechte Nachrichten einstellen, hieß es von der britischen Regierung.

 

    Algerien startete den Militärangriff offenbar ohne Rücksprache mit westlichen Regierungen. Cameron kritisierte die algerische Informationspolitik. Auch Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg beklagte am Abend, man habe noch immer keine sicheren Informationen über das Schicksal der Geiseln. Die USA forderten ebenfalls "Klarheit" von Algier. Die Regierungen in den USA, Frankreich, Norwegen, Großbritannien, Irland und Japan hatten zuvor bestätigt, dass sich Bürger ihrer Länder unter den Geiseln befinden.

 

    Die Terroristen hatten am Mittwoch das unter anderem von BP betriebene Gasfeld gestürmt und mehrere Dutzend westliche Arbeiter in ihre Gewalt gebracht. Die Gruppe, die laut algerischer Regierung von dem einäugigen Islamisten Mokhtar Belmokhtar angeführt wurde, fordert ein Ende des französischen Einsatzes in Mali. Die algerische Regierung lehnte Verhandlungen aber von Anfang an strikt ab.

 

    Nach Informationen der algerischen Nachrichtenagentur APS konnten zunächst vier ausländische Geiseln befreit werden. Weitere sieben seien noch in der Gewalt der Entführer, hieß es am Nachmittag. Rund 200 algerischen Arbeitern soll während der Hubschrauberangriffe die Flucht gelungen sein.

 

    Die überlebenden Islamisten hielten sich nach Informationen der mauretanischen Nachrichtenagentur ANI noch am Abend mit mehreren Geiseln auf dem Gelände verschanzt. Die Armee versuche, das Gelände zu stürmen. Ein Sprecher der Islamisten drohte im Gespräch mit ANI damit, auch die verbliebenen Geiseln zu töten.

 

    Hinter der Geiselnahme steht nach algerischen Angaben die Organisation Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI). Der erste Luftschlag sei erfolgt, als die Islamisten versucht hätten, mit einer Gruppe von Geiseln den Ort zu wechseln, berichtete ANI unter Berufung auf einen Sprecher der Islamisten. Ein algerischer Radiosender meldete, die Hubschrauber hätten die Terroristen angegriffen, als diese mit Geiseln in zwei Allradfahrzeuge gestiegen seien.

 

    Laut Fernsehsender Ennahar hatten zuvor 15 Ausländer entkommen können, darunter ein französisches Paar. Eine irische Geisel, ein 36 Jahre alte Familienvater, meldete sich am Nachmittag bei seiner Familie in Belfast, wie das irische Außenministerium in Dublin mitteile. Der Mann sei "sicher und wohlauf".

 

    Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich "tief betroffen" über den Tod der Geiseln. "Diese Terroristen, das sind keine Freiheitskämpfer. Das sind brutale Kriminelle, die auch vor der Ermordung von Unschuldigen keinen Halt machen", sagte er in Brüssel nach Beratungen der EU-Außenminister. "Diese Geiselnahme zeigt die gesamte Brutalität und Skrupellosigkeit des Terrorismus."

 

    Der britische Außenminister William Hague kritisierte die Terroraktion als "kaltblütigen Mord". Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) warnte vor der Terrorgefahr für Europäer. "Wir stehen im Fadenkreuz des islamistischen Terrors", sagte er beim Treffen der EU-Innenminister im irischen Dublin. Dies habe der Vorfall in Algerien wieder einmal bestätigt. "Die Bedrohungslage für Europa und auch für Deutschland ist immer hoch gewesen."/cfb/jv/wn/DP/he

 

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu BP plc (British Petrol)

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu BP plc (British Petrol)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
22.10.2014BP NeutralCredit Suisse Group
17.10.2014BP buyCitigroup Corp.
02.10.2014BP overweightJP Morgan Chase & Co.
02.10.2014BP overweightJP Morgan Chase & Co.
25.09.2014BP buyCitigroup Corp.
17.10.2014BP buyCitigroup Corp.
02.10.2014BP overweightJP Morgan Chase & Co.
02.10.2014BP overweightJP Morgan Chase & Co.
25.09.2014BP buyCitigroup Corp.
09.09.2014BP buySociété Générale Group S.A. (SG)
22.10.2014BP NeutralCredit Suisse Group
09.09.2014BP NeutralUBS AG
05.09.2014BP NeutralUBS AG
05.09.2014BP NeutralGoldman Sachs Group Inc.
05.09.2014BP HaltenIndependent Research GmbH
03.07.2014BP UnderweightBarclays Capital
13.01.2014BP verkaufenBarclays Capital
09.12.2013BP verkaufenBarclays Capital
14.10.2013BP verkaufenMorgan Stanley
22.08.2013BP verkaufenBarclays Capital
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für BP plc (British Petrol) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt freundlich -- Dow dreht ins Minus -- Banken-Stresstest: Elf Institute durchgefallen? -- Boeing mit starken Zahlen -- Daimler verkauft Tesla-Anteil -- Yahoo, IBM, Siemens im Fokus

EZB - Banken erhalten Prüfergebnisse ab Donnerstag. Presseverlage erteilen Google überraschend Recht zur Gratisnutzung. Dreamliner-Kosten vermiesen Boeing-Aktionären die Stimmung. Aareal-Bank könnte Jahresprognose erneut anheben. FMC kauft US-Spezialisten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In der EU bahnt sich neuer Haushaltsstreit an. Gabriel wehrt sich in USA gegen Ruf nach Konjunkturpaket.
Die zehn teuersten Aktien der Welt

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Wo tankt man am teuersten?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Verkehrsminister Dobrindt erwägt scheinbar, die Pkw-Maut vorerst nur auf Autobahnen einzuführen. Was halten Sie von diesem Rückzieher?