DUBLIN/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Im Fall der krisengeschüttelten WestLB hat EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia erneut auf Zerschlagung zu einer regionalen Sparkassen-Zentralbank gedrängt. Der bis Ende Juni in Brüssel erwartete Umbauplan müsse dazu ein klares und praktikables Geschäftsmodell enthalten, sagte Almunia einer Kommissionssprecherin zufolge am Freitag am Rande einer Konferenz in Dublin. Der Rest der WestLB werde verkauft oder abgewickelt werden müssen. Nach Jahren von Verhandlungen steuere der angeschlagene Düsseldorfer Bankkonzern damit auf eine Lösung zu.
Auch im Fall der HSH Nordbank sieht Almunia eine Lösung, die auf einer drastischen Verkleinerung des Geschäfts beruht. Bei der Hypo Real Estate (HRE) (Hypo Real Estate) (HRE) sei man kurz vor einer Entscheidung, wurde der EU-Wettbewerbskommissar zitiert. Bei der BayernLB sei man noch nicht so weit wie bei den anderen Banken.
Bund und Länder hatten während der Finanzkrise viele Milliarden in die Rettung der Banken gepumpt. So musste etwa die BayernLB vom Freistaat Bayern mit 7 Milliarden Euro Eigenkapital und 3 Milliarden Euro stillen Einlagen gerettet werden. Die HRE wurde verstaatlicht. Es wird erwartet, dass die EU-Kommission alle Beihilfen nur mit harten Auflagen genehmigt.
Die WestLB etwa soll zu einer reinen Sparkassen-Zentralbank auf ein Viertel ihrer aktuellen Größe verkleinert werden. Große Bankteile wie das Auslandsgeschäft und die Projektfinanzierungen sollen verkauft werden. Unverkäufliche Reste kämen in die "Bad Bank", in die die WestLB bereits umfangreich Ballast ausgelagert hat./hgo/kie/DP/wiz