PARIS (dpa-AFX) – Nach einem kräftigen Umsatz- und Gewinnsprung im Geschäftsjahr 2008/09 (31. März) sieht sich der französische Siemens- Konkurrent Alstom <PALO.PSE> <AOM.FSE> hervorragend für den Weg durch die Konjunkturkrise gerüstet. Das erlaube eine Dividendenerhöhung um 40 Prozent auf 1,12 Euro je Aktie, teilte der Anbieter von Bahntechnik und Energieanlagen am Dienstag in Paris mit. Wegen des Krisenumfelds soll aber schärfer auf die Kosten geschaut werden.
Beide Sparten - Energie und Transport - hätten solide Ergebnisse erzielt. Das kräftige Auftragspolster erlaube eine Bestätigung der Prognose für die operative Marge von rund 9 Prozent im laufenden Jahr (Vorjahr 8,2%). Durch Konjunkturpakete erhofft sich der Konzern gerade für das Eisenbahngeschäft einen Schub. Der Auftragsbestand lag zu Ende März mit 45,67 Milliarden Euro 16 Prozent über dem Vorjahr, der Ordereingang mit plus 5 Prozent bei 24,58 Milliarden.
RETTUNG IN 2004
Alstom war 2004 vom damaligen Wirtschaftsminister Nicolas Sarkozy gegen Widerstand aus Berlin und Brüssel mit einer Milliardenhilfe gerettet worden. Im Geschäftsjahr 2008/09 steigerte der Konzern den Umsatz um elf Prozent auf 18,74 Milliarden Euro. Der Überschuss sprang um 30 Prozent auf 1,11 Milliarden Euro in die Höhe.
Mit seinen Hochgeschwindigkeitszügen (AGV/TGV) und klassischen Zügen sowie Kraftanlagen ist Alstom derzeit weltweit gut im Geschäft. Zuletzt punktete Alstom mit Aufträgen für den Pendolino (Neigezug) in Großbritannien und dem AGV in Italien, U-Bahnen in Nordamerika und Regionalzügen in Australien. Dazu kam die Ausrüstung von Gaskraftwerken in Europa, Asien und Afrika sowie Kernkraftwerken in China. Mit dem russischen Bahntechnikkonzern Transmashholding wurde eine Partnerschaft geschlossen.
Aktien von Alstom lagen am Morgen mit 3,95 Prozent bei 48,115 im Minus. Die Titel hatten die vergangenen Tage deutlich zugelegt./hn/sk/DP/sk