23.11.2012 14:03
Bewerten
 (0)

ROUNDUP: Altmaier fürchtet Rückschritt bei Klimaschutz in Doha

    BERLIN (dpa-AFX) - Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ist skeptisch, ob bei der UN-Klimakonferenz in Katar dringend notwendige Fortschritte im Kampf gegen die Erderwärmung erzielt werden können. "Ich bin beunruhigt über den Stand der Vorbereitungen", sagte er am Freitag in Berlin. Die Lähmung nach dem vor drei Jahren gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen sei immer noch nicht ganz überwunden. Die EU solle als Signal daher beschließen, 30 statt 20 Prozent weniger Kohlendioxidausstoß bis 2020 im Vergleich zu 1990 anzustreben, um dadurch den Druck auf andere Länder zu erhöhen. Aber schon die Bundesregierung selbst ist uneins in Sachen Klimaschutz.

 

    In der EU blockiert derzeit besonders Polen ein höheres Klimaschutzziel, das Land hat viele Kohlekraftwerke. "Ich halte es für unverzichtbar, dass die EU ihr Klimaziel bis zum Jahr 2020 auf 30 Prozent hochsetzt", sagte Altmaier. Er hofft daher auf ein rasches Einlenken der Skeptiker. Denn derzeit liegt die EU schon bei 18 Prozent weniger Emissionen im Vergleich zu 1990.

 

    Für die Klimakonferenz in Katars Hauptstadt Doha (26. November bis 7. Dezember) erwartet Altmaier eine achtjährige Verlängerung des Ende 2012 auslaufenden Kyotoprotokolls, dem bisher einzigen verbindlichen Rahmen für die Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase. Da aber Staaten wie Kanada anders als die EU nicht mehr mitmachen wollen, werden hiervon nur noch 15 Prozent der CO2-Ausstöße erfasst.

 

    Das Problem: Im vergangenen Jahr bei der Klimakonferenz in Durban (Südafrika) war zwar der Durchbruch für einen weltweiten Klimavertrag gelungen. Dieser soll nun bis 2015 erarbeitet werden, aber erst ab 2020 gelten. Altmaier forderte, dass die anderen Nicht-Kyoto-Staaten für die Zeit bis 2020 daher auch ihre Zusagen erhöhen müssten.

 

    Um den europäischen Klimaschutz zu stärken - unabhängig von der Debatte um ein höheres Ziel bei der Ausstoßminderung - müsste eigentlich eine Reform des Emissionshandels her. Doch genau hier gibt es offenen Dissens zwischen Altmaier und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Altmaier unterstellte Rösler am Freitag, Deutschlands Vorreiterrolle beim Klimaschutz durch seine Blockade gegen eine Reform des EU-weiten Emissionshandels aufs Spiel zu setzen. "Wir dürfen diese Rolle nicht gefährden, indem wir in Brüssel nicht mit einer Stimme sprechen", sagte Altmaier.

 

    Rösler ist gegen den Vorschlag von EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard, wegen des Preisverfalls bei CO2-Verschmutzungsrechten 900 Millionen Zertifikate vorübergehend vom Markt zurückzuhalten. Am 12. Dezember soll darüber auf EU-Ebene entschieden werden. Gibt es keine einheitliche deutsche Position müsste sich die Bundesregierung enthalten, was die notwendige qualifizierte Mehrheit für eine Reform gefährden könnte. Ohne eine Reform des EU-Emissionshandels würden wegen geringerer Einnahmen auch mehrere Milliarden Euro für Energiewendeprojekte in Deutschland fehlen. "Im Moment wirkt dieses Steuerungsinstrument nicht mehr", sagte Altmaier. Dadurch sei es für Unternehmen nicht mehr attraktiv, auf CO2-ärmere Anlagen umzusatteln.

 

    RWE (RWE) etwa profitiert davon, dass die billigen Zertifikate - der Preis ist auf sechs Euro pro ausgestoßener Tonne CO2 abgestürzt - Kohlekraftwerke besonders lohnend machen. Ein Grund ist, dass zu viele Zertifikate umsonst verteilt worden waren und es in Zeiten schwächelnder Konjunktur nun viel zu viele gibt. Altmaier sagte, er habe Röslers Widerstand bisher nicht auflösen können. "Dadurch ändert sich unser gutes persönliches Verhältnis nicht", betonte er.

 

    Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, betonte mit Blick auf Doha: "Auch die Schwellenländer müssen in einen Korridor der Klimaverträglichkeit einschwenken." Alle müssten sich bewegen. Zudem müsse es bei den Klimaschutzhilfen für besonders betroffene Staaten einen jährlichen Aufwuchs von 10 bis 15 Milliarden US-Dollar geben. Ann-Kathrin Schneider, Klimaexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz, warf Altmaier vor, er schraube die Erwartungen an Doha runter. "Unkenrufe helfen dem Klimaschutz nicht weiter. Stattdessen muss er sich dafür einsetzen, dass in Doha alles Mögliche unternommen wird, um die globale Erwärmung auf ein Minimum zu begrenzen."/ir/DP/stw

 

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu RWE AG St.

  • Relevant3
  • Alle4
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Zusammenlegung von Töchtern
Der unter der Energiewende leidende Energiekonzern RWE will mit einem radikalen Umbau aus der Krise kommen.
09:34 Uhr
RWE: Boden erreicht? (Die Börsenblogger)

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu RWE AG St.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
10:26 UhrRWE OutperformBernstein Research
08:46 UhrRWE HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
03.07.2015RWE ReduceHSBC
03.07.2015RWE NeutralJP Morgan Chase & Co.
03.07.2015RWE HaltenIndependent Research GmbH
10:26 UhrRWE OutperformBernstein Research
03.07.2015RWE buyGoldman Sachs Group Inc.
02.07.2015RWE kaufenDZ-Bank AG
02.07.2015RWE buyCommerzbank AG
30.06.2015RWE OutperformBernstein Research
08:46 UhrRWE HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
03.07.2015RWE NeutralJP Morgan Chase & Co.
03.07.2015RWE HaltenIndependent Research GmbH
03.07.2015RWE HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
30.06.2015RWE NeutralCredit Suisse Group
03.07.2015RWE ReduceHSBC
02.07.2015RWE SellS&P Capital IQ
01.07.2015RWE SellCitigroup Corp.
23.06.2015RWE ReduceKepler Cheuvreux
27.05.2015RWE SellSociété Générale Group S.A. (SG)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für RWE AG St. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr RWE AG St. Analysen

Heute im Fokus

DAX mit Verlust -- Griechischer Finanzminister Varoufakis tritt zurück -- Euklidis Tsakalotos könnte neuer griechischer Finanzminister werden -- EZB wird wohl Hellas-Geldversorgung nicht stoppen

Klares Nein der Griechen zu Sparvorgaben der Gläubiger. ifo-Präsident Sinn rät zur raschen Einführung der Drachme. EU-Gipfelchef bestätigt: Euro-Gipfel am Dienstag. Tsipras will Verhandlungen über Umstrukturierung der Schulden. Griechischer Oppositionsführer Samaras erklärt Rücktritt.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welcher Fußballtrainer verdient am meisten?

Diese Aktien stehen bei Hedgefonds ganz oben

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Acht überraschende Fakten über den Chef des Tech-Riesen

Deutschland liegt ganz weit vorne

Welche Aktien zählt George Soros zu seinem Portfolio?

Welche Aktien könnten bis 2018 hin steigen?

Bestnoten für diese Chefs

mehr Top Rankings

Umfrage

Wie wird sich nach Ihrer Einschätzung der DAX bis zum Jahresende entwickeln?