HAMBURG (dpa-AFX) - Der führende europäische Kupferkonzern
Aurubis bleibt nach einem Umsatz- und Gewinnsprung im Geschäftsjahr 2010/2011 (Ende September) trotz der Konjunkturabkühlung optimistisch. "Wir sehen uns gut aufgestellt und schauen trotz des schwierigen Umfeldes zuversichtlich auf die nächsten Jahre", teilte der
MDAX (
MDAX)-Konzern am Donnerstag in Hamburg mit. Trotz konjunktureller Unsicherheiten spreche vieles für anhaltend hohe Metallpreise. Dabei sei aber mit starken Schwankungen zu rechnen. Eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr gaben die Hamburger aber nicht. Die
Aktien legten vorbörslich um 1,64 Prozent zu. Händler zeigten sich insgesamt positiv überrascht, bezeichneten den Ausblick aber als "vorsichtig".
Aurubis werde weiter Stärken ausbauen, Chancen nutzen, und die Widerstandsfähigkeit verbessern, erklärt der seit 1. Januar amtierende neue Konzernchef Peter Willbrandt laut Geschäftsbericht. Nicht oder schwierig zu beherrschende Risiken, wie sie aus der Energiemarkt- und Konjunkturentwicklung entstünden, könnten dies allerdings erschweren. Der zum Jahreswechsel ausgeschiedene alte Konzernchef Bernd Drouven hatte für dass laufende Geschäftsjahr "ein stabiles Geschäft mit Schwankungen" in Aussicht gestellt.
DIVIDENDE UM EIN FÜNFTEL AUF 1,20 EURO ERHÖHT
Im vergangenen Geschäftsjahr profitierten die Hamburger von den guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, gestiegenen Schwefelsäurepreisen sowie einem höheren Einsatz von Schrotten bei guten Raffinierlöhnen. Der Umsatz legte 2010/11 dank höherer Metallpreise um mehr als ein Drittel auf 13,3 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich vor Umwertungen der Lagerbestände um 84 Prozent auf 292 Millionen Euro. Unter dem Strich erwirtschaftete der Konzern einen operativen Gewinn von 211 (Vorjahr: 121) Millionen Euro. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten im Schnitt insgesamt eine etwas schwächere Entwicklung erwartet. Den Aktionären winkt eine um ein Fünftel auf 1,20 Euro je Aktie erhöhte Dividende.
Der Kupferpreis habe sich im Geschäftsjahr als "sehr robust" erwiesen, hieß es. Der hohe chinesische Bedarf aber auch die durch die Abnehmerindustrien getriebene Binnennachfrage Europas erwiesen sich als eine "solide Basis". Der Kupferpreis erhöhte sich im Schnitt im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 9.096 US-Dollar je Tonne. Das Angebot an Kupferkonzentraten, das die Hamburger gegen Gebühr in Reinkupfer verwandeln, habe sich positiv entwickelt. Dies habe zu einem beträchtlichen Anstieg der Schmelz- und Raffinierlöhne geführt. Auch bei langfristigen Verträgen hätten sich deutliche Verbesserungen ergeben. Auch der Altkupfermarkt habe sich sehr vorteilhaft entwickelt. Aurubis erhält für das Schmelzen von Konzentraten und Schrott meist im Vorhinein festgelegte Gebühren.
GEWISSE ZURÜCKHALTUNG ZUM ENDE DES GESCHÄFTSJAHRES
Auch auf den Produktmärkten liefen die Geschäfte rund. So sei die Nachfrage nach Schwefelsäure, einem Kuppelprodukt bei der Konzentratverarbeitung, etwa aus der Chemie und Düngerindustrie im gesamten Geschäftsjahr hoch gewesen. In den europäischen Märkten für Kupferprodukte habe sich der positive Trend in den ersten Monaten des Geschäftsjahres zunächst fortgesetzt. Dabei wirkten sich vor allem starke Exporte aus Deutschland und eine anhaltende hohe Beschäftigung in der Automobilindustrie, aber auch eine rege Binnennachfrage positiv aus. Lediglich zum Ende des Geschäftsjahres habe die Unsicherheiten wegen der Finanzkrise zu einer Zurückhaltung der Marktteilnehmer geführt. Von der Energiewende wollen die Hamburger profitieren, da dadurch der Kupferbedarf steigt.
Aurubis, an dem der deutsche Stahlkonzern Salzgitter eine entscheidende Beteiligung hält, stellt mit gut 5.000 Mitarbeitern aus Kupfererz und Kupferschrott reines Kupfer her und verarbeitet es weiter zu Produkten für die Auto-, Elektro- und Bauindustrie./jha/wiz