03.07.2009 14:27
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ROUNDUP: Autobranche droht Absturz nach der Abwrackprämie


    MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Autobranche droht in Deutschland nach einem Verkaufsrekord durch die Abwrackprämie ein harter Absturz im Jahr 2010. "Nächstes Jahr bricht uns die Welt zusammen", sagte der Auto- Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen am Freitag bei einer "Handelsblatt"-Tagung zur Automobilindustrie in München. Die Neuzulassungen könnten dann von 3,4 Millionen auf 2,8 Millionen sinken, zahlreiche Insolvenzen seien absehbar. "Die Abwrackprämie ist ein Riesenrisiko."

    Eine Verlängerung der Prämie kommt aber nicht Frage. Zum Jahresende werde die Prämie unwiderruflich auslaufen, sagte Jochen Homann, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, hatte am Donnerstag bereits klargestellt, dass sich der Verband nicht für eine Aufstockung der Bundesmittel einsetzen will.

    Im vergangenen Monat hatte der Branche die Abwrackprämie für alte Autos zu einem Verkaufsrekord verholfen. Die Neuzulassungen in Deutschland erreichten mit 427.000 Fahrzeugen den höchsten Juni-Wert seit der Wiedervereinigung. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war das ein Plus von 40 Prozent.

JETZT FÜR ZEIT DANACH AUFSTELLEN

    Homann betonte, die Branche müsse sich schon jetzt für die Zeit danach aufstellen. "Nicht nur Opel braucht ein tragfähiges Zukunftskonzept, sondern die ganze Autobranche." Für die Übernahme von Opel seien noch immer mehrere Kandidaten im Rennen. Im Moment seien die Verhandlungen mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna am weitesten fortgeschritten und am aussichtsreichsten, aber man wüsste nicht, wie sie sich weiter entwickelten. "Wir sind daran interessiert, dass es schnell geht, denn jeder Tag, an dem nicht restrukturiert wird, kostet Geld.".

    BMW sieht sich nicht als Kandidat für Staatshilfe. Eine Bürgschaft vom staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin werde BMW ziemlich sicher nicht beantragen, sagte Finanzvorstand Friedrich Eichinger bei dem hochkarätig besetzten Kongress. "Wir sind jetzt nicht in einer Notlage". Die Option habe man sich angesichts der schwierigen Lage auf den Kapitalmärkten offengehalten. Wegen der inzwischen eingetretenen Entspannung sei ein solcher Schritt derzeit aber nicht notwendig.

HOFFNUNG IN NEUEN TECHNOLOGIEN - ZUSAMMENARBEIT

    Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Autokrise ruhen die Hoffnungen der Hersteller in neuen Technologien. Ein erster Schritt sind dabei Hybrid-Antriebe, bei denen ein Elektromotor dem Verbrennungsmotor zugeschaltet wird. Gleichzeitig arbeiten die Hersteller fieberhaft am reinen Elektroauto. Hier seien aber noch erhebliche Hürden zu nehmen, warnte Bernd Bohr vom Zulieferer Bosch vor einer zu großen Euphorie.

    Besonders die Speicherkapazität der Batterien lasse noch zu Wünschen übrig. Deshalb wird der Verbrennungsmotor seiner Einschätzung nach noch in den nächsten 20 Jahre dominieren. "Der Elektroantrieb ist heute noch sehr teuer und damit kein Massenphänomen." Auch Bernhard Mattes, Deutschland-Chef von Ford, sieht bei den Elektroautos die Fragen nach Reichweite und Kosten noch nicht als gelöst an. "Da liegt noch ein sehr weiter Weg vor uns."

    Um ihre Kräfte zu bündeln, loten mehrere Hersteller Möglichkeiten zur Zusammenarbeit aus. Auch die Erzrivalen BMW und Daimler prüfen seit langem eine stärkere Kooperation. "Wir sprechen weiter intensiv mit Daimler", sagte Eichiner. Mit Neuigkeiten zum Stand der Zusammenarbeit könne im Laufe des Jahres gerechnet werden. BMW arbeitet auch mit dem französischen Wettbewerber Peugeot bei den Motoren der britischen Tochter MINI zusammen./dw/dct/DP/dr



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