PARIS (dpa-AFX) - Der Gewinn der größten französischen Bank
BNP Paribas ist dank eines Beteiligungsverkaufs zu Jahresbeginn gestiegen. Unter dem Strich verdiente das Institut nach eigenen Angaben vom Freitag rund 2,9 Milliarden Euro, das waren knapp 10 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit übertraf die Bank auch die Erwartungen von Analysten. Sie profitierte vor allem vom Verkauf von weiteren Anteilen am Immobilienunternehmen Klepierre, der 1,8 Milliarden Euro einbrachte. Damit konnte das Institut auch eine Belastung von 843 Millionen Euro aus der Neubewertung der eigenen Schulden wettmachen.
Bereinigt um Sondereffekte wäre der Gewinn um 22 Prozent gefallen. Das Investmentbanking erholte sich zwar im Vergleich zum schwachen Jahresende 2011, blieb aber mit 1,2 Milliarden Euro vor Steuern noch 30 Prozent unter dem Gewinn des Vorjahresquartal. Das Privatkundengeschäft legte mit einem Vorsteuerprofit von rund 1,7 Milliarden Euro leicht zu. Am Vortag hatte bereits Konkurrent Societe Generale (Société Générale) positiv überrascht - dort sank der Gewinn nicht so stark wie befürchtet.
BNP GIBT SICH ANGESICHTS DER SCHULDENKRISE COOL
Allerdings gibt es Zweifel, ob nach dem erneuten Hochkochen der Schuldenkrise in der Eurozone die gute Entwicklung des ersten Quartals anhält. BNP-Vorstandschef Jean-Laurent Bonnafé bemühte sich um Optimismus. Er sei über die Lage nicht "besonders besorgt". Einen Domino-Effekte fürchte er nicht. Im für die Bank wichtigen Italien-Geschäft rechnet er auch in diesem Jahr mit einem Gewinn. Zudem betonte Bonnafé, keine weiteren Stellen im Investmentbanking über die bereits bekannten 1.400 Arbeitsplätze streichen zu wollen.
Im vergangenen Jahr hatte BNP die Turbulenzen an den Kapitalmärkten infolge der Schuldenkrise in der Eurozone zu spüren bekommen. Der Überschuss brach 2011 um fast ein Viertel auf sechs Milliarden Euro ein. Allein der Schuldenschnitt für Griechenland kostete das Institut rund 3,5 Milliarden Euro. Hinzu kam ein von Quartal zu Quartal schwächeres Investmentbanking sowie der verlustreiche Verkauf von Staatsanleihen. Auch zu Jahresbeginn verkaufte das Institut Staatspapiere und nahm dafür einen Verlust von 142 Millionen Euro in Kauf.
RISIKO WIRD MIT VERLUST VERKAUFT
BNP galt wie Societe Generale als eine der Banken mit dem höchsten Risiko in den europäischen Schuldenstaaten und wurde dafür vor allem im Sommer an den Finanzmärkten misstrauisch beäugt. Geldmarktfonds zögerten zunehmend, der Bank US-Dollar zu leihen. Vor diesem Hintergrund dampft BNP ihr Geschäft in Dollar ein und baut Risikopositionen ab. Allein im ersten Quartal reichte die Bank Kredite in Höhe von 2 Milliarden Euro weiter und verbuchte damit einen Verlust von 74 Millionen Euro. Mit diesem Schritt wollen die Franzosen sich auch fit für die neuen Kapitalanforderungen (Basel III) machen. Insgesamt wollen sie Risikoanlagen im Umfang von 79 Milliarden Euro aus ihrer Bilanz nehmen. Geschafft hat BNP nach eigenen Angaben bereits 80 Prozent davon./enl/zb/kja