28.11.2012 18:31
Bewerten
(0)

ROUNDUP: Barroso fordert Eurobonds und 'EU-Finanzministerium'

    BRÜSSEL (dpa-AFX) - Im Kampf zur Rettung der Eurozone fordert EU-Kommissionschef José Manuel Barroso ein eigenes Budget, Eurobonds und ein neues "EU-Finanzministerium". "Wir müssen den Sinn für die Dringlichkeit behalten", sagte der Behördenchef am Mittwoch in Brüssel bei der Vorlage eines umfassenden Umbauplans für die Wirtschafts- und Währungsunion. Die Union müsse angesichts der Schulden- und Wirtschaftskrise weiter handeln.

 

    Barroso schlug als Kurzfrist-Maßnahme bis 2014 vor, ein eigenes Eurozonen-Budget zu schaffen und es im EU-Haushalt unterzubringen. Es könnte dazu dienen, dringende Reformen in den Eurostaaten zu unterstützen. Zur Finanzierung dieses Haushalts gebe es "verschiedene Möglichkeiten", sagte er, ohne Details zu nennen.

 

    Der Portugiese präzisierte damit eine Idee, die schon länger von den EU-Staats- und Regierungschefs debattiert wird. Die "Chefs" wollen bei ihrem Wintergipfel am 13./14. Dezember bei der Reform der Währungsunion Nägel mit Köpfen machen. Dann wird der Abschlussbericht einer Spitzengruppe um Gipfelchef Herman Van Rompuy vorliegen, der auch Barroso angehört. Zu Van Rompuy gebe es "keine Widersprüche", versicherte Barroso.

 

    Barroso erneuerte einen früheren Vorstoß für gemeinsame Anleihen des Euroraums. Er sprach von Eurobills, das sind kurzfristige Anleihen. Für dieses mittelfristige Vorhaben müsste jedoch der EU-Vertrag geändert werden - dafür ist Einstimmigkeit der EU-Staaten nötig.

 

    Deutschland lehnt gemeinsame Schulden der Eurostaaten kategorisch ab. Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte bei einer Veranstaltung in Brüssel: "Eurobonds als eine gesamtschuldnerische Haftung, unter welchem Etikett auch immer, sind für die deutsche Bundesregierung nicht akzeptabel." Er fügte hinzu: "Das wäre eine Überforderung der einen, aber zugleich auch Unterforderung der Reformbereitschaft der anderen."

 

    Vor den Europawahlen 2014 werde es keine Vertragsveränderungen geben, sagte Barroso. "Ich denke, es ist notwendig, dass die Kommission ihre Vision darlegt", sagte Barroso. "Die Mitgliedstaaten wissen dies."

 

    In die Kategorie längerfristiger Reformen gehört auch die Idee eines europäischen "Finanzministeriums" innerhalb der EU-Kommission. Aus der Van-Rompuy-Gruppe nahm Barroso auch den Vorschlag für den Kurzfrist-Katalog auf, wonach sich Eurostaaten vertraglich gegenüber der Kommission zu Reformen und zum Sparen verpflichten sollen. Diese Idee wird traditionell vor allem von Deutschland unterstützt.

 

    Der konservative Politiker hatte bereits im September dafür geworben, dass die Mitgliedstaaten mehr wirtschaftliche und politische Kompetenzen an die EU abgeben. Er machte sich in diesem Zusammenhang für eine Fortentwicklung der Europäischen Union (EU) zu einem "Staatenbund der Nationalstaaten" stark./cb/DP/jsl

 

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die Top 5 der Medizin- und Pharmakonzerne mit großen Wachstumschancen!

Aktien aus dem Medizin- und Pharmabereich gehören neben den hochtechnologischen Konzernen wohl zu den schwierigsten Wertpapieren, die man an der Börse spielen kann. Die meisten Unternehmen, die auf diesem Feld unterwegs sind, bleiben über Jahre hin unprofitabel. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin fünf Aktien vor, bei denen große Wachstumschancen lauern könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich leichter -- Dow verliert -- VW-, Daimler-, BMW-Aktien verlieren kräftig: Deutsche Autoindustrie soll sich abgesprochen haben -- BYD, Tesla, Microsoft, eBay im Fokus

Siemens und Bombardier verhandeln über Eisenbahn-Joint Venture. Gazprom darf mehr Gas nach Deutschland pumpen. S&P stellt Griechenland bessere Bonität in Aussicht. Apple will mit Chinesen Autobatterien bauen: Unerwartete Konkurrenz für Tesla? Bill Gross warnt vor einem möglichen Wirtschaftskollaps. Warum Exxon jetzt plötzlich zum Umweltfreund wird. Bitcoin zurück auf Rekordkurs. General Electric verdient im zweiten Quartal weniger. Erneuter Ether-Diebstahl schreckt die Branche auf.

Top-Rankings

KW 29: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Sorglos die Koffer packen
In diesen europäischen Ländern kommt man voll auf seine Kosten
KW 28: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Die ärmsten Länder der EU
Hier ist das BIP schlechter als im Durchschnitt
Vor diesen Berufen macht die Digitalisierung keinen Halt
Diese Jobs sind besonders stark bedroht
Diese Millionenbeträge verdienten die Sport-Stars in 2017
Diese Profis konnten ihren Kontostand 2017 deutlich verbessern
Berufe die auch eine Rezession überstehen
Welche bieten am meisten Sicherheit?
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt eine Obergrenze für Flüchtlinge weiter ab. Sind Sie für eine solche Grenze?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt mit finanzen.net-Account verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Bank AG514000
CommerzbankCBK100
BYD Co. Ltd.A0M4W9
BMW AG519000
Lufthansa AG823212
ADVA SE510300
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
Allianz840400
EVOTEC AG566480
Infineon AG623100
BASFBASF11
E.ON SEENAG99