18.01.2013 14:15
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ROUNDUP: Bilfinger bleibt auf Einkaufstour - Nach US-Deal 850 Millionen übrig

    MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Baudienstleister Bilfinger (Bilfinger SE) will sein Geschäft auch nach dem jüngsten Coup in den USA weiterhin durch gezielte Zukäufe stärken. "Für künftige Akquisitionen stehen uns nach dem Erwerb von Johnson Screens noch rund 850 Millionen Euro zur Verfügung", sagte Konzernchef Roland Koch am Freitag bei einer Telefonkonferenz. Bisher hatte er rund eine Milliarde Euro als Größenordnung genannt. Koch treibt den Umbau vom Baukonzern zum Dienstleister seit seinem Amtsantritt gezielt voran. Die vorläufige Bilanz für 2012 wird er am 11. Februar präsentieren.

 

    Am Morgen hatte Bilfinger den Kauf des Wassertechnikspezialisten Johnson Screens vom Erdöl- und Erdgasausrüster Weatherford angekündigt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Seit dem zweiten Halbjahr 2011 hat Koch inzwischen Zukäufe mit einem Unternehmenswert von insgesamt 700 Millionen Euro vorgenommen. Die Leistung dieser Gesellschaften mit 10.000 Mitarbeitern liegt bei rund einer Milliarde Euro. Insbesondere Kraftwerks- und Industriedienstleistungen wurden dabei gestärkt.

 

    An der Börse war die Reaktion positiv. Bilfinger-Aktien legten in einem freundlichen Markt um 1,89 Prozent auf 74,56 Euro zu. Analyst Marc Nettelbeck von der DZ-Bank bezeichnete die Akquisition als attraktiv. Bilfinger werde zu einem der weltweit führenden Anbieter von Teilen sowie Dienstleistungen im Wasser- und Abwassersegment.

 

    Bilfinger will insbesondere sein Dienstleistungsgeschäft durch Zukäufe stärken und damit die Abhängigkeit vom Baugeschäft weiter verringern. "An der Strategie hat sich nichts geändert", sagte Koch. Er stehe dabei aber "nicht unter Zeitdruck." Die Kaufkriterien seien unverändert streng. Das Baugeschäft steht bei Bilfinger inzwischen für nur noch rund ein Fünftel der Leistung. Mit Dienstleistungen rund um Kraftwerke, Industrieanlagen und Bauwerke verdienen die Mannheimer bereits seit längerem das meiste Geld.

 

    Mit dem jüngsten Zukauf in den USA erhöhe sich die Leistung im Wasser- und Abwasserbereich auf über 300 Millionen Euro. Die Profitabilität werde weiter gesteigert. Johnson Screens erbringe mit rund 1.200 Mitarbeitern eine Jahresleistung von etwa 160 Millionen Euro und erzielt laut Bilfinger "attraktive Margen". Die Kartellbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen.

 

    Das Johnson Screens-Management begrüße die Übernahme und werde weiter in der Gesellschaft tätig sein. Das Unternehmen produziert an weltweit elf Standorten mechanische Komponenten zur Trennung von Feststoffen aus Flüssigkeiten und Gasen und bietet entsprechende Serviceleistungen an. Die wichtigsten Märkte sind Nordamerika, Europa und der asiatisch-pazifische Raum./jha/fn/she

 

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