31.01.2013 17:49
Bewerten
(0)

ROUNDUP/Bittere Schokolade: Branche wegen Preisabsprachen am Pranger

DRUCKEN
    BONN (dpa-AFX) - Diese Schokolade schmeckt reichlich bitter: Süßwarenhersteller haben nach Überzeugung des Bundeskartellamtes mit illegalen Preisabsprachen jahrelang überhöhte Preise für Schoko-Produkte in den Markt gedrückt. Insgesamt 60 Millionen Euro Bußgeld wegen illegaler Preisabsprachen hat die Aufsichtsbehörde gegen elf Unternehmen verhängt - große Teile der Branche sind betroffen.

 

    Ob Milka-Schokolade oder Ritter Sport, Smarties oder Mars-Schokoriegel - Verbraucher der beliebten Süßigkeiten haben laut Aufsichtsbehörde vielfach keine marktgerechten Preise bezahlt. Die Branche akzeptiert die Vorwürfe weitgehend. Sechs der Bußgeldbescheide sind bereits rechtskräftig. Der schwäbische Produzent Ritter allerdings weist die Vorwürfe entschieden zurück und kündigte Einspruch gegen die Strafen an.

 

    Nach Überzeugung des Amtes haben die Hersteller mehrfach telefonisch und bei regelmäßigen Treffen einer "Vierer-Runde" (Ritter, Mars, Nestlé plus Haribo) Preiserhöhungen für Schokoladen-Tafeln und Schoko-Riegel abgesprochen. Daran soll sich auch ein Vertriebsmann des Gummibärchen-Herstellers Haribo beteiligt haben. Dafür wurde Haribo bereits zu 2,4 Millionen Euro Buße verdonnert.

 

    Außerdem wurden Verbandstreffen der Süßwarenindustrie - die Sitzungen eines "Arbeitskreises Konditionenvereinigung" - genutzt, um eigentlich vertrauliche Firmeninformationen etwa über die jeweiligen Einzelhändler auszutauschen. Im Ergebnis gab es laut Bundeskartellamt starke Preiserhöhungen von teils bis zu 25 Prozent. Ein Kronzeugenantrag der Mars GmbH im niederrheinischen Viersen hatte die Ermittlungen des Kartellamtes mit branchenweiten Durchsuchungen 2008 ausgelöst.

 

    Hintergrund waren Preiserhöhungen für die Schokoladenrohstoffe Milch und Kakao 2007, berichtete die Behörde. Manager der Firmen Kraft Foods (Mondelez International) (Bremen) und Ritter (Waldenbuch, Baden-Württemberg) hätten in mehreren Telefonaten vereinbart, wie die höheren Kosten an die Verbraucher weitergereicht werden sollten. Die Hersteller-Abgabepreise für Schokoladentafeln seien danach Anfang 2008 um 15 bis 25 Prozent angehoben worden, die Verbraucher mussten 10 bis 15 Cent mehr für die Tafel bezahlen.

 

    "Einzelne Unternehmen wollten offensichtlich auf Nummer sicher gehen, dass sie ihre Kosten einfach an die Verbraucher durchreichen können", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Mars und Nestlé zählen zu den wichtigen Herstellern unter anderem von Schokoriegeln. Anfang 2008 stiegen die Preise für diese Produkte laut Kartellamt um etwa ein Zehntel, teils durch Verringerung des Packungsinhaltes.

 

    Das Bundeskartellamt ermittelte außerdem zahlreiche weitere Fälle verbotenen Informationsaustausches unter Konkurrenten zwischen 2004 und 2008 unter anderem bei den Arbeitskreis-Sitzungen. Dabei hätten Unternehmen sich gegenseitig etwa über Rabattforderungen ihrer Einzelhändler oder geplante Preiserhöhungen informiert. Auch solche Informationen sind zum Schutz des Wettbewerbs nicht erlaubt. Wegen verbotenen Informationsaustausches hatte die Behörde bereits im Sommer 2012 ein Bußgeld von 2,4 Millionen Euro gegen den Bonner Süßwarenhersteller Haribo erlassen.

 

    An verbotenen Informationstreffen seien neben Mars und Ritter auch Bahlsen (Hannover), Griesson de Beukelaar (Polch, Rheinland-Pfalz), Storck (Berlin), Katjes (Emmerich, NRW), Brands (Bonn), Feodora (Bremen), Piasten (Forchheim, Bayern) und Zentis (Aachen) beteiligt gewesen. Ob Bahlsen-Schoko-Kekse, Toffifee und Merci-Stäbchen (Storck), Prinzenrolle (de Beukelaar) oder Feodora-Täfelchen - bei vielen Produkten werden Verbraucher in den nächsten Wochen womöglich einen zweifelnden Blick aufs Preisschild werfen./rs/DP/he

 

Nachrichten zu The Kraft Heinz Company

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu The Kraft Heinz Company

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
15.02.2017The Kraft Heinz Company BuyDeutsche Bank AG
05.05.2016The Kraft Heinz Company BuyUBS AG
05.05.2016The Kraft Heinz Company OutperformRBC Capital Markets
05.05.2016The Kraft Heinz Company BuyStifel, Nicolaus & Co., Inc.
24.07.2015The Kraft Heinz Company Market PerformBMO Capital Markets
15.02.2017The Kraft Heinz Company BuyDeutsche Bank AG
05.05.2016The Kraft Heinz Company BuyUBS AG
05.05.2016The Kraft Heinz Company OutperformRBC Capital Markets
05.05.2016The Kraft Heinz Company BuyStifel, Nicolaus & Co., Inc.
24.07.2015The Kraft Heinz Company Market PerformBMO Capital Markets
26.03.2015Kraft Foods Group HoldDeutsche Bank AG
09.02.2015Kraft Foods Group HoldDeutsche Bank AG
30.10.2014Kraft Foods Group HoldDeutsche Bank AG
25.02.2013HJ Heinz haltenJefferies & Company Inc.
26.11.2012HJ Heinz holdStifel, Nicolaus & Co., Inc.
26.03.2015Kraft Foods Group SellArgus Research Company
14.09.2009Kraft Foods verkaufenEuro am Sonntag
02.02.2007Kraft Foods underweightPrudential Financial
02.02.2007Kraft Foods underperformDA Davidson
30.01.2007Kraft Foods reduceUBS

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für The Kraft Heinz Company nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Vier Gewinneraktien der Autorevolution

Auf der diesjährigen IAA in Frankfurt wurde deutlich: Die Elektromobilität ist nicht mehr aufzuhalten. Alle großen Automobilhersteller stellen ihre Produktionslinien um. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche vier Aktien durch autonomes Fahren und Elektromobilität auf der Gewinnerseite stehen könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt leichter -- Dow kaum bewegt -- PayPal mit Umsatzsprung -- Warum die Bitcoin Group-Aktie weiter steigt -- SAP, Varta-IPO: Börsengang erfolgreich -- eBay, AmEx, Unilever im Fokus

Über Alphabet-Fonds: Uber-Rivale Lyft sammelt weitere Milliarde ein. Richter befasst sich mit möglicherweise unerlaubten Geschäften Trumps. Wirbelstürme zerfleddern Gewinn von US-Versicherer Travelers. Air Berlin: Bund fordert Lufthansa-Engagement in Transfergesellschaft.

Top-Rankings

KW 41: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 41: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Siebenstelliges Jahresgehalt
In diesen Bundesländern leben die Bestverdiener

Umfrage

Die CDU hat rund zwei Prozentpunkte bei der Niedersachsen-Wahl verloren. Nun fordern Konservative Merkels Rücktritt. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Daimler AG710000
Varta AGA0TGJ5
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Bank AG514000
GeelyA0CACX
Apple Inc.865985
Millennial Lithium CorpA2AMUE
Bitcoin Group SEA1TNV9
CommerzbankCBK100
EVOTEC AG566480
SAP SE716460
Amazon906866
Infineon AG623100
Allianz840400