21.12.2012 11:47
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ROUNDUP: Commerzbank-Chef Blessing will Filialnetz nicht weiter ausdünnen

    MÜNCHEN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Im harten Wettbewerb um Privatkunden will die teilverstaatlichte Commerzbank ihr Filialnetz nicht weiter ausdünnen. "Weitere Filialschließungen würden unsere Kosten kurzfristig kaum senken", sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag). Seit Übernahme der Dresdner Bank habe sein Haus über 300 Filialen zusammengelegt, ohne sich aus der Fläche zurückzuziehen.

 

    Allerdings müsse das Geldhaus über seine Filialtypen nachdenken: "Im Moment haben wir ein einheitliches Filialformat. Das entspricht nicht mehr dem Kundenverhalten." Künftig müsse man genau überlegen, mit welchem Angebot das Institut an welchem Ort zu welchen Öffnungszeiten vertreten sein wolle, betonte Blessing: "Das Filialnetz muss also differenzierter und flexibler werden. Ende nächsten Jahres werden wir erste Pilotfilialen nach dem neuen Modell auf den Weg bringen."

 

    In diesem Zusammenhang müsse in den Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgeberverband und Gewerkschaften die Frage diskutiert werden, ob samstags gearbeitet wird, sagte Blessing dem Blatt: "Wir sprechen mit unseren Betriebsräten darüber, ob es möglich ist, dass Mitarbeiter ihre Wochenarbeitszeit flexibler über die Woche verteilen können. Wenn wir längere Öffnungszeiten in den Filialen wollen, müssen wir Mitarbeiter flexibler einsetzen. Da wird es nicht eine einheitliche Lösung für alle geben." Ein Mehr an Flexibilität könne auch Arbeitsplätze retten. Konkrete Ziffern nannte Blessing nicht: "Ich will keine Zahl nennen, aber es lohnt sich sehr, darüber intensiv zu sprechen."

 

    Insgesamt wird die Commerzbank aber Personal abbauen. Über das Ausmaß der angekündigten "Anpassung der Personalkapazitäten" schweigt sich das Management bisher aus. Spekuliert worden war über den Abbau von bis zu 6000 Stellen. Privatkundenvorstand Martin Zielke hatte gegenüber der dpa erklärt: "Für das Management wäre es leichter gewesen, mit einer konkreten Zahl zum Thema Stellenabbau in die Öffentlichkeit zu gehen. Wir halten es aber nicht für richtig, dies vor Beginn der Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern zu machen."

 

    Die deutsche Nummer zwei hatte im November angekündigt, bis 2016 etwa eine Milliarde Euro in ihr schwächelndes Privatkundengeschäft stecken zu wollen. In einzelnen Filialen sollen Spezialisten zusammengezogen werden, zudem sind flexiblere Öffnungszeiten im Gespräch. Online-Angebote und klassische Filialbank sollen enger verzahnt werden.

 

    Deutschlands zweitgrößte Bank hat vorerst keine Pläne, die gewährten Staatshilfen rasch zurückzuzahlen. "Wir werden die stille Einlage des Bundes verzinsen, daher gibt es auch keinen Druck sie zurückzuzahlen", sagte Blessing. Die stille Einlage sei ohnehin nur bis Ende 2017 als Eigenkapital anerkannt. Spätestens dann mache sie ökonomisch keinen Sinn mehr.

 

    Der Bund hatte der Commerzbank in der Finanzkrise eine milliardenschwere Hilfe gewährt und sich gleichzeitig mit gut 25 Prozent an der Bank beteiligt. Einen Großteil der Staatshilfe hatte das Institut 2011 zurückgezahlt. Das habe dem Haus nicht geschadet, sagte Blessing: "Wir haben im Kerngeschäft keine Einschnitte gemacht. Im Gegenteil: Wir wollen in unserem Geschäft mit Privat- und Firmenkunden weiter wachsen und werden deshalb in den kommenden Jahren mehr als zwei Milliarden Euro investieren."/hqs/DP/rum

 

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Kapitalquote sinkt
Der Gegenwind für die Commerzbank wird immer stärker. Bei der überraschenden Präsentation von vorläufigen Quartalszahlen hatte das Finanzhaus schlechte Nachrichten im Gepäck.

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