25.06.2013 13:16
Bewerten
 (0)

ROUNDUP: DGB sagt Minijobs den Kampf an - Viele Mitstreiter

    BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert zusammen mit zahlreichen Mitstreitern eine Reform der Minijobs. "Es ist inzwischen eindeutig nachgewiesen, dass der Minijob kein Sprungbrett in reguläre Beschäftigung, sondern eine Niedriglohnfalle ist", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Dienstag in Berlin. "Unsere Initiative hat das Ziel, die Minijobmauer zu durchbrechen, reguläre Beschäftigung zu fördern, die Gleichberechtigung zu stärken und den Fachkräftebedarf zu sichern."

    Die Reformvorstellungen des DGB zielen darauf ab, die Anreize für Minijobs zu beseitigen sowie Steuern und Abgaben für diese vom ersten Euro an zu erheben. Diese Belastungen sollen die Arbeitgeber im unteren Einkommensbereich zum großen Teil alleine tragen, die Beschäftigten schrittweise erst mit steigendem Einkommen. An der Initiative sind neben dem DGB 16 Verbände sowie fast zwei Dutzend Wissenschaftler beteiligt. Derzeit gibt es rund 7 Millionen Minijobs in Deutschland.

    Der Arbeitsmarktexperte Gerhard Bosch von der Universität Duisburg-Essen sprach von "Fehlanreizen" durch Minijobs - mit massiven Verwerfungen am Arbeitsmarkt. "Einem erheblichen Teil der Beschäftigten werden zentrale Arbeitnehmerrechte vorenthalten." Zudem rationierten Minijobs das Angebot an Arbeitskräften künstlich. "Wer für Minijobs ist, darf sich nicht über Fachkräftemangel beklagen", meinte Bosch.

    Für die Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, Hannelore Buls, führen Minijobs dazu, dass vor allem verheiratete Frauen "in perspektivlosen Jobs mit einem Aushilfe-Lohn" kleben bleiben.

    Buntenbach sagte, Minijobs führten dazu, dass reguläre Vollzeit- oder Teilzeitstellen verdrängt und zerlegt werden. Die Beschäftigten würden "geködert mit der Aussicht, keine Steuern und Abgaben zahlen zu müssen". Doch mehr als drei Viertel der Betroffenen verdienten weniger als 8,50 Euro in der Stunde. "Die Minijobber sind also nicht die Gewinner, sondern die großen Verlierer am Arbeitsmarkt."

    Für Arbeitsmarktreformen - auch mit Blick auf Minijobs - hatten sich jüngst auch Experten vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ausgesprochen. Die Minijob-Verdienstgrenze stieg Anfang 2013 von bislang 400 auf 450 Euro im Monat./vs/DP/bgf

Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

Asiens Börsen im Minus -- Air Berlin 2014 mit Rekordverlust -- Apple-Chef Tim Cook will Vermögen stiften

HP kommt wohl Verkauf von China-Geschäft näher. Google-Finanzchefin erhält Gehaltspaket über 70 Millionen Dollar. Hawesko-Chef Margaritoff geht früher als geplant. Griechenland und Schweiz diskutieren über Schwarzgeldmillionen. Besserer Schutz für Spareinlagen.
In diesen Ländern finden Sie leicht Arbeit!

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Deutschland belegt Spitzenplatz

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

10 Patente, die Apple für die Zukunft bereithält

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

Die wundersame Welt von Google

mehr Top Rankings

Umfrage

Berichte über Probleme im Zusammenhang mit der Einführung des Mindestlohns hält Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft für aufgebauscht. Wie stehen Sie zu diesem Thema.