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14.01.2009 13:13

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ROUNDUP: Deutsche Bank mit Milliardenverlust - Ackermann räumt Schwächen ein

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        FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank  ist 2008 wegen der Finanzkrise erstmals in ihrer Nachkriegsgeschichte in einem Gesamtjahr in die roten Zahlen abgestürzt. Nach vorläufigen Daten geht der DAX-Konzern von 3,9 Milliarden Euro Verlust aus. Allein im von der Krise besonders gebeutelten Schlussquartal seien unter dem Strich 4,8 Milliarden Euro Miese entstanden, teilte die größte deutsche Bank am Mittwoch in Frankfurt mit.

    "Das extrem schwierige Marktumfeld hat einige Schwächen in der Bank aufgezeigt", räumte Vorstandschef Josef Ackermann laut Mitteilung ein. "Wir sind über das Ergebnis im vierten Quartal, das zu einem Verlust im Gesamtjahr geführt hat, sehr enttäuscht." Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers Mitte September hatte die Lage an den Märkten nochmals zugespitzt. Kurz zuvor hatte sich Ackermann optimistisch gezeigt, dass der Anfang vom Ende der seit Sommer 2007 tobenden Krise gekommen sei.

AKTIE WIRD ABGESTRAFT

    Der Markt reagierte entsetzt, die Aktien der Deutschen Bank wurden abgestraft. Zuletzt lagen sie mit einem Minus von knapp zehn Prozent auf 21,90 Euro am DAX-Ende. "Die Eckdaten sind eine herbe Enttäuschung, der Fehlbetrag ist deutlich höher ausgefallen als erwartet", sagte Analyst Sebastian Reuter vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Auch Händler zeigten sich enttäuscht. "Kein Wunder, dass sie ihren Postbank-Deal runderneuern mussten. Die schlimmsten Gerüchte der vergangenen Woche haben sich bewahrheitet", sagte ein Börsianer.

    Ein weiterer Marktteilnehmer sagte: "Es ist unglaublich, wie lange hier gute Miene zum bösen Spiel gemacht wurde. Das Vertrauen dürfte nun gänzlich weg sein. Am Markt hat ja eigentlich schon jeder mit schlechten Zahlen gerechnet, aber zuvor immer wieder die Gemüter zu kühlen, grenzt fast an Frechheit." Ackermann erklärte, die Bank habe eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um die eingeräumten Schwächen zu beheben. "Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist bereits im Gange", sagte er. Risikopositionen bei Krediten und Kreditzusagen wurden von 11,9 Milliarden Euro zum Ende des dritten Quartals auf unter 1 Milliarde Euro zum Jahresende 2008 verringert.

NEUE BEDINGUNGEN ZU POSTBANK-KAUF

    Zudem hatte die Deutsche Bank, die jahrelang ihre Haupterträge im schwankungsanfälligen Investmentbanking machte, zuletzt wiederholt verdeutlicht, sie wolle ihre Geschäft mit Privat- und Firmenkunden ausbauen. Dazu beitragen soll auch die Beteiligung an der Postbank. Noch am Mittwoch wird mit einer Entscheidung über neue Bedingungen für das Übernahmepaket gerechnet: Erwartet wird laut Kreisen, dass die Deutsche Post vorübergehend bei der Deutschen Bank einsteigt und so den Verkauf ihrer Tochter Postbank absichert.

    Im Jahr 2007 hatte die Deutsche Bank trotz erster Auswirkungen der Krise an den internationalen Finanzmärkten noch den Rekordüberschuss von 6,5 Milliarden Euro erzielt. In einem Brief an die Mitarbeiter hatte sich Ackermann im vergangenen November zuversichtlich gezeigt, das Institut habe das Potenzial, "langfristig die Rekordergebnisse des Jahres 2007 wieder zu erreichen und auch zu übertreffen". Am Mittwoch betonte der Konzernchef, die Kapitalstärke ermögliche es, den "extrem schwierigen Marktbedingungen Stand zu halten und die notwendigen Schritte zum Risikoabbau zu ergreifen". Zum Jahresende 2008 betrug die Kernkapitalquote den Angaben zufolge zehn Prozent. Dies entspricht der Zielgröße der Bank und ist im Vergleich zu Mitbewerbern noch relativ gut.

ABSCHLAG BEI DER DIVIDENDE

    Für die Dividende habe das Institut 50 Cent je Aktie zurückgelegt. Sollte dies am Ende die Höhe der Ausschüttung sein, würde das für die Aktionäre einen deutlichen Abschlag bedeuten: Für 2007 hatten sie noch 4,50 Euro je Aktie erhalten. Endgültige Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2008  will die Deutsche Bank wie geplant am 5. Februar veröffentlichen.

    Zum Jahresauftakt 2008 war der deutsche Branchenprimus erstmals seit fünf Jahren in die Verlustzone gerutscht. Im dritten Quartal 2008 bewahrten die Entschärfung der Bilanzregeln für kriselnde Wertpapiere sowie Sondereffekte wie eine Steuergutschrift die Deutsche Bank vor einem erneuten Absturz in die roten Zahlen. Von Juli bis Ende September blieben dem Konzern 845 Millionen Euro an Wertberichtigungen erspart, weil die EU-Kommission es den Banken erlaubte, bestimmte Wertpapiere, für die es wegen der Krise derzeit keinen Markt gibt, nicht mehr zu aktuellen Marktpreisen zu bewerten. Am Mittwoch rechnete die Deutsche Bank vor, hätte die Bank ihre verbrieften Verbindlichkeiten zum aktuellen Marktwert bilanziert, wären im Gesamtjahr 2008 zusätzliche Gewinne vor Steuern von mehr als 5,5 Milliarden Euro angefallen./sb/jb

Kommentare zu diesem Artikel

haven1 schrieb:
14.01.2009 14:41:56

Herr Ackermann sollte sich schämen die Investoren so an dr Nase herum zu führen er ist ein Schaumschläger dieses Dilemma war doch ab zu sehen und kommt nicht überraschend.
Es ist nur eine Frechheit dies solange zu verherrlichen das geht auf kosten des Vertrauens.
Herr Ackermann mir wird übel.

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