HAGEN (dpa-AFX) - Der unter Druck geratene Handelskonzern Douglas (
DOUGLAS) hat im Weihnachtsquartal weniger verdient als im Vorjahr. Die Schwäche im Buchgeschäft, dessen Kunden ins Internet abwandern, zehrte am Gewinn. Zudem war im Vorjahr durch den Verkauf der Parfümerien in Russland ein Sondererlös entstanden, der das Ergebnis verbessert hatte. Für Analysten kam der Rückgang nicht unerwartet und die im
MDAX (
MDAX) notierte
Aktie legte um 1,37 Prozent auf 33,93 Euro zu. Douglas befindet sich derzeit in unruhigen Fahrwassern. Sowohl die Gründerfamilie Kreke als auch der ungeliebte Großaktionär und Drogerie-Konkurrent Erwin Müller versuchen, ihre Macht im Konzern auszubauen.
Wie das Hagener Unternehmen am Mittwoch mitteilte, sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von Oktober bis Dezember um knapp 13 Prozent auf 173,6 Millionen Euro. Bereinigt um den Verkaufserlös der Russland-Parfümerien lag es auf Vorjahresniveau. Vor Steuern verdiente Douglas mit 140,6 Millionen Euro in etwa ein Prozent weniger als im Vorjahr. Unter dem Strich sank der Überschuss um 2,3 Prozent auf 91,7 Millionen Euro.
Der Umsatz verbesserte sich im Konzern um 1,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Zu verdanken hatte Douglas das in erster Linie seiner Juweliertochter Christ, deren Umsätze zweistellig stiegen. Die Parfümerien hielten ihren Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau. Ein kleines Minus ergab sich bei den Modehäusern AppelrathCüpper. Die Süßwarenläden Hussel legten hingegen zu.
Handlungsbedarf hat Douglas derzeit bei seiner Buchsparte Thalia, die Kunden an Internetgrößen wie Amazon verliert. Zwar konnte die Sparte insgesamt ihren Umsatz im ersten Geschäftsquartal leicht steigern, in den Sortimentsbuchhandlungen gingen die Erlöse hingegen auf vergleichbarer Fläche zurück. Douglas hatte Anfang des Jahres einen Umbau der Sparte angekündigt, der unter anderem eine Verkleinerung der bestehenden Filialen, die Schließung von Standorten und den Ausbau buchfremder Sortimente vorsieht. Zudem will der Konzern sein eigenes Onlinegeschäft vorantreiben. Durch die Kosten für die Restrukturierung wird das EBITDA im Gesamtjahr 2011/12 (Ende September) zurückgehen. Der Konzernumsatz soll hingegen leicht steigen.
Für Wirbel sorgt derzeit der sich anbahnende Machtkampf im Konzern. Die Gründerfamilie Kreke hatte im Januar angekündigt, sie prüfe, den Konzern von der Börse zu nehmen. Als Grund wurde die Unzufriedenheit mit dem Aktienkurs genannt. Zudem will man sich nicht mehr der Quartals-Berichterstattung unterwerfen. Durchkreuzen könnte dieses Vorhaben der Drogerie-Unternehmer Erwin Müller, der bereits gut zehn Prozent der Anteile hält und im vergangenen Jahr angekündigt hatte, sein Paket aufstocken zu wollen. Die Möglichkeit dazu hat Müller jetzt. Durch Optionsgeschäfte kann er in der nächsten Zeit weitere 15 Prozent hinzukaufen und würde dann über eine Sperrminorität verfügen./she/mne/wiz