ROUNDUP: Druckindustrie rechnet mit weniger Umsatz
In der Folge der Krise müsse mit zunehmenden Insolvenzen von Unternehmen und weiterem Arbeitsplatzabbau gerechnet werden, erklärte Verbandspräsident Rolf Schwarz. Derzeit arbeiten noch 172 000 Beschäftigte in der Branche, darunter im ersten Quartal 3586 in Kurzarbeit. Als mittelfristig mögliche Beschäftigtenzahl nannte bvdm- Geschäftsführer Thomas Mayer die Zahl von 130.000 bis 140.000 Mitarbeitern. Derzeit werde die verbesserte Möglichkeit der Kurzarbeit intensiv genutzt.
PREISSTEIGERUNGEN NICHT DURCHSETZBAR
Neben den konjunkturellen Problemen kämpften vor allem die Hersteller von Massendrucksachen mit Überkapazitäten, berichtete Schwarz. Über einen geordneten Rückbau der gesamten europäischen Branche sei man mit der EU-Kommission im Gespräch. Stetiges Wachstum verzeichneten die Unternehmen mit Mediendatenbanken, stark veredelten Druckprodukten sowie mit Großformaten für die Außenwerbung.
Preissteigerungen seien nicht durchsetzbar gewesen, so dass sich die Ertragslage für viele Unternehmen dramatisch verschlechtere. Es sei denkbar, dass die Zahl der Insolvenzen wieder das Niveau von 2003 erreiche, als mehr als 370 Unternehmen zahlungsunfähig wurden.
Der bvdm verlangte eine weitere Absenkung des Mehrwertsteuersatzes für gedruckte Werke der Informationsvermittlung von derzeit 7 auf 5 Prozent. Denkbar sei auch im Einvernehmen mit der EU eine komplette Abschaffung der Umsatzsteuer für derartige Produkte. "Gedruckte Werke sind das Lebenselixier für Demokratie und politische Bildung", sagte der Geschäftsführer Mayer./ce/DP/he


