16.04.2013 15:48

Senden

ROUNDUP: EU-Parlament begrenzt Bonuszahlungen für Banker


    STRASSBURG (dpa-AFX) - Die Zeit extrem hoher Bonuszahlungen für Top-Banker in Europa ist bald vorbei. Von 2014 an dürfen Banken ihren Mitarbeitern nur noch einen Zuschuss in Höhe des Grundgehalts zahlen. Nur nach einem Beschluss der Aktionärsversammlung darf der Bonus maximal doppelt so hoch sein. Das EU-Parlament stimmte am Dienstag mit deutlicher Mehrheit für diese Deckelung von Bankerboni. Eine absolute Obergrenze sahen die Abgeordneten allerdings nicht vor.

    Die Bonusregeln sind Teil eines größeren Reformpakets ("Basel III"). So beschlossen die Abgeordneten auch neue Vorgaben für die Kapitalausstattung von Geldhäusern. Banken werden verpflichtet, mehr Eigenkapital bereitzuhalten, um besser gegen Krisen gewappnet zu sein. So müssen die Geldhäuser mindestens acht Prozent ihres Kapitals einbehalten - in bar, als Anleihen, Aktien oder Darlehen. Sehr große und wichtige Banken müssen einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von einem bis drei Prozent aufbauen. Dieser ist dazu gedacht, Anleger und Gläubiger auszahlen zu können.

    EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso begrüßte den Beschluss. Damit sei sichergestellt, dass Banken in Zukunft das nötige Kapital hätten, um ohne Hilfe der Steuerzahler Notlagen selbst zu überwinden. Mit diesem umfassenden Reformpaket soll der Bankensektor stabilisiert und gestärkt werden.

    Die neuen Regeln sollen am 1. Januar 2014 in Kraft treten. Die Entscheidung muss von den EU-Ministern noch bestätigt werden, um Gültigkeit zu erlangen - dies gilt jedoch als Formalie.

    Die Briten hatten lange Zeit Widerstand gegen den Kompromiss geleistet, weil sie um die internationale Bedeutung des Finanzplatzes London fürchteten. Doch letztendlich waren sie isoliert.

    Mit der Bonusgrenze sollen Händler zu einem vorsichtigeren Verhalten ermuntert werden und hohe Risiken vermeiden. Die Reform gilt auch als politisches Signal, denn Millionenzahlungen an Banker in Zeiten der Krise hatten mehrfach für öffentliche Empörung gesorgt./pkl/DP/hbr

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
Kommentar hinzufügen

ANZEIGE

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

ANZEIGE

Die 5 beliebtesten Top-Rankings






Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Albig hat mit einer Forderung nach einer Sonderabgabe für Straßen für Aufsehen gesorgt.
Wenn so endlich die deutschen Straßen und Brücken saniert werden, wäre eine solche Abgabe zu unterstützen.
Die Regierung sollte endlich lernen, mit den bestehenden Einnahmen auszukommen.
Eine solche Abgabe berücksichtig weder den Umfang der Straßennutzung noch die finanzielle Situation des einzelnen Autofahrers und wäre deshalb ungerecht.
Abstimmen