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31.01.2012 13:50

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ROUNDUP: Einzelhandel erwartet 1,5 Prozent Wachstum in diesem Jahr


    BERLIN (dpa-AFX) - Die Kauflaune der Bundesbürger sorgt für Spitzenumsätze im Einzelhandel. Für dieses Jahr rechnet die Branche mit einem Wachstum von 1,5 Prozent auf 420,6 Milliarden Euro. "Der Handel zeigt sich weiterhin robust", sagte Stefan Genth, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, am Dienstag in Berlin. Er erwartet, dass die Arbeitslosenzahl weiter sinkt und die Preise nicht mehr so schnell steigen wie zuletzt. Auch unter Berücksichtigung der Preissteigerung werde 2012 deshalb mit einem Plus von 0,5 Prozent das dritte Wachstumsjahr in Folge. Voraussetzung sei aber, dass die Euro-Schuldenkrise bewältigt werde.

 

    Das vergangene Jahr hatte der Handel nach Genths Angaben mit einem Plus von 2,4 Prozent abgeschlossen. Berücksichtige man die Preissteigerung, bleibe ein Zuwachs von 1,2 Prozent. "Steigende Einkommen und die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt haben den Konsum beflügelt", sagte Genth, auch wenn von einem "Konsumrausch" nicht die Rede sein könnte. Nicht berücksichtigt sind die Umsätze von Auto- und Brennstoffhändlern, Tankstellen und Apotheken.

 

    In den vergangenen Jahren hätten sich die Kunden besonders mit langlebigen Gütern wie Möbeln eingedeckt, die sie sich im Krisenjahr 2009 gespart hätten, sagte Genth. Diese Nachholeffekte ließen jetzt nach. Dafür sei die Stimmung im Textileinzelhandel gut. Jedoch war das Weihnachtsgeschäft wegen des milden Winters leicht hinter den Erwartungen zurück geblieben.

 

    Die Preise im Handel stiegen um 2 Prozent. Treiber waren besonders die Lebensmittelpreise, die um 2,8 Prozent zulegten. Der Preisauftrieb bei Lebensmitteln nimmt damit nach einem leichten Rückgang 2009 und einem Plus von 1,4 Prozent im Folgejahr wieder zu. Die Kunden müssen inzwischen 15,7 Prozent mehr für Lebensmittel ausgeben als im Jahr 2005.

 

    Der Umsatz im Internet wird nach der Prognose weiter wachsen, nach 10 Prozent im Vorjahr nun um 13 Prozent auf 29,5 Milliarden Euro. Der Fachbuchhandel spüre diese Konkurrenz zunehmend. Im gesamten Einzelhandel gebe es aber keine "Kannibalisierung" durch das Netz.

 

    Rund drei Millionen Menschen arbeiten nun im Handel. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei 2011 um knapp 62 000 gestiegen. Genth sprach sich gegen einen gesetzlichen Mindestlohn aus und forderte die Gewerkschaft Verdi zu Verhandlungen über regional unterschiedliche tarifliche Entgeltuntergrenzen auf. Sie solle sich an den unteren Tarifgruppen der Länder orientieren, die zwischen 7 Euro und 8,50 Euro lägen. Ungelernte Kräfte verdienen teils jedoch weniger. Die Tarifverträge gälten für drei Viertel der Beschäftigten./bf/DP/she

 

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