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24.02.2009 16:06

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ROUNDUP: Enel und EdF - Schulterschluss für Italiens Atom-Einstieg

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        ROM (dpa-AFX) - Rom und Paris wollen den Wiedereinstieg Italiens in die Nutzung der Kernenergie mit einem energiepolitischen Schulterschluss beschleunigen. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi haben ein entsprechendes Rahmenabkommen zur Atomkraft am Dienstag in Rom unterzeichnet. Die beiden staatlichen Energiekonzerne Electricite de France (EdF)  und Enel verpflichten sich, in einer gemeinsamen Allianz mindestens vier Reaktoren vom Typ des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) für Italien zu entwickeln, zu bauen und in Betrieb zu stellen. Die erste Anlage soll bis 2020 ans Netz gehen. Damit kehrt Italien, wie im Mai vergangenen Jahres beschlossen, nach mehreren Jahrzehnten zur Atomkraftnutzung zurück.

    "Wir sind bereit, Rom eine massive Hilfe für die Rückkehr zur Kernenergie zu leisten", sagte Sarkozy und versprach Berlusconi eine unbegrenzte Zusammenarbeit. "Wir wollen, dass Atomkraft zu einer europäischen Frage wird, sie ist der Schlüssel für Entwicklung." Das nach bilateralen Regierungskonsultationen unterzeichnete Abkommen decke "alle Aspekte der atomaren Energiepolitik ab", so hatte der italienische Industrieminister Claudio Scajola erläutert. EdF und Enel arbeiten bereits beim Bau eines EPR in Frankreich zusammen.

REAKTORSICHERHEIT

    Die konservative italienische Regierung Berlusconi hatte schon kurz nach ihrem Amtsantritt im Mai 2008 erklärt, mehr als 20 Jahre nach dem Verbot von Kernkraftwerken in Italien wieder Reaktoren bauen zu wollen. Das G8-Mitglied Italien hängt bei der Energieversorgung erheblich von Importen vor allem aus Russland und Algerien ab. Mit der bilateralen Vereinbarung stärkt Rom die Zusammenarbeit mit dem europäischen Atomstrom-Riesen Frankreich. "Es geht auch um Fragen der Reaktorsicherheit, der technischen Kooperation, der Stilllegung alter Anlagen und der Industrie-Kooperation mit Drittländern", teilte das italienische Industrieministerium in Rom zu dem Rahmenabkommen mit.

    Der italienische Energiekonzern Enel steht bereit, sich mit 12,5 Prozent an dem im französischen Penly geplanten zweiten Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) zu beteiligen. Mit diesem Anteil ist Enel bereits bei dem im Bau befindlichen ersten EPR in Flamanville dabei.

    Ein Jahr nach dem Tschernobyl-Reaktorunglück in der Ukraine hatten die Italiener 1987 in einem Referendum gegen Atomanlagen in ihrem Land gestimmt. Über dieses Votum setzte sich Berlusconi dann 2008 mit dem Argument hinweg, Italien brauche zur Energiesicherung Reaktoren./ka/DP/edh

Kommentare zu diesem Artikel

hans h. schrieb:
02.03.2009 17:48:50

Der französische Präsident ist ein ähnliches Schlitzohr wie Berlusconi.
Die Enel wird letztendlich eine deutliche Belastung aus dem Nukleargeschäft erfahren, was langfristig die Aktie unattrakiv macht.Kosten für einen neuen Reaktortyp EPR sind unkalkulierbar.
Termin,Kosten,Gewinnerwartung

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